17. November 2016  00:00

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R.E.S.P.E.C.T.

Wieso wir immer auf die Falschen schimpfen

Gott sei Dank gibt es die Woche des Respekts. Denn die Helden des Alltags sind ĂŒberall zu finden, man muss nur richtig hinschauen. FĂŒr alle KoffertrĂ€ger, Wegbeschreiber und Platz-Anbieter: So wird das gemacht!

Von Sebastian BauerschÀfer

Wer kennt das nicht? FahrgĂ€ste von Bus oder Bahn sind oft uneinsichtig und respektlos. Wieso muss sich die rĂŒde Rentnerin unbedingt am Zielbahnhof zuerst aus dem Zug pellen? Ohne RĂŒcksicht und Vernunft wird da einfach ausgestiegen; dabei wollen doch viele andere einfach nur rein. Ehrfurcht und Anerkennung schulden wir denjenigen, die sich trotz dieses rĂŒcksichtslosen Verhaltens breitschultrig, standhaft und biegsam gegen alle Arme, Beine und lĂ€stigen GegenstĂ€nde in die Bahn manövrieren. Omas aufgepasst: Sie sollten endlich einsehen, dass der Rest der Menschheit nicht so viel Zeit hat wie Erna Kupfernagel auf Einkaufstour. Stichwort: Work-Life-Balance. Also Platz da und zur Seite!

:: Wirtschaftsförderung durch Respekt ::

Ach ja, apropos Oma: Angebrachte Eile kann die sich gefĂ€lligst bei Opa abgucken. Um die Schlange an der Kasse ein wenig in Schwung zu bringen, und so unserer Bruttoinlandsprodukt zu steigern, haben sich die mĂ€nnlichen Senioren dankenswerterweise ein wundervolles Stilmittel zurechtgelegt: Schubsen. Egal ob Einkaufswagen-Autoscooter oder der klassische Ellbogenrempler von hinten an den Rucksack - die erhöhte Geschwindigkeit hat sich nicht nur fĂŒr die SupermĂ€rkte bezahlt gemacht. Endlich lĂ€uft es wieder flĂŒssig in der Wartezone, nicht nur im Katheter.

Wer dagegen etwas einzuwenden hat, der hat die Zeichen der Zeit einfach nicht verstanden. So fahren stolze MĂŒtter mit Kinderwagen Passanten nicht grundlos ĂŒber den Fuß. Dies dient ausschließlich dem Schutze des kleinen Kronprinzen Fynn oder wahlweise auch Luca-Leon-Appletree. Schließlich sind die Kinder unsere Zukunft und unser Erbe. Und wer sich ĂŒber Husten und Niesen ohne vorgehaltene Hand des GegenĂŒbers beschwert, verkennt ebenso die wichtigen Warnsignale, die derjenige an die restliche Umgebung sendet: „Vorsicht. Hier ist jemand krank. Bitte habt Acht.“ Ein Dank ist das Mindeste, was dem weisen Warner in solchen FĂ€llen gebĂŒhrt.

Bevor die Moralapostel die Welt komplett verdrehen, sollte sich die Bevölkerung von NRW erstmal an die eigene Nase fassen. Wer dabei verkrustete Dinge loswerden möchte: nur zu! Raus mit den alten und falschen Denkprozessen und rein ins bunte Miteinander. DafĂŒr ist die Woche des Respekts doch da. Die Gedanken sind immer noch frei, aber vor allem:

Show some fuck#ng Respect!



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Die "Woche des Respekts"

Die Landesregierung will ein klares Zeichen setzen gegen Hass und Gewalt, fĂŒr ein friedliches Zusammenleben und mehr WertschĂ€tzung im Umgang miteinander.

Um die gegenseitige Achtung und den respektvollen Umgang miteinander zu fördern, veranstaltet die Landesregierung NRW vom 14. bis 18. November die „Woche des Respekts“.

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#Hutab

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