14. November 2016  00:00

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Weihnachten

Alle Jahre wieder

Die KĂŒrbisgesichter sind verschwunden, die Horrorclowns nur noch vereinzelt unterwegs. Halloween liegt zwei Wochen zurĂŒck und endlich ist es soweit: Die WeihnachtsmĂ€rkte beginnen.

Von Romea Diekmann

Langsam schiebt sich die Masse ĂŒber den Markt. Eng aneinander gedrĂŒckt, den warmen Atem des Hintermanns im Nacken, den sĂŒĂŸlich-wĂŒrzigen Geruch von Bratapfel und Pilzpfanne in der Nase – Wer liebt das nicht? Nach der langen vor-vorweihnachtlichen Wartezeit (Spekulatius gibt es seit September) lĂ€sst man sich gerne besonders viel Zeit an den kleinen BĂŒdchen der Aussteller. Es gibt schließlich SO viel zu sehen: Hölzerne Weihnachtspyramiden, SternanhĂ€nger aus Holz, aus Holz gefertigte Krippenfiguren und BaumstĂŒmpfe mit Nikolausgesicht. WĂ€hlen kann man zwischen großer und kleiner AusfĂŒhrung jeweils in gold, rot, rot-gold oder gold-rot.

Der Gedanke an GlĂŒhwein, Glanz und Glockenklang weckt pure Vorfreude und am kommenden Donnerstag ist es auch in Buer soweit. Nicht nur, dass dieser Termin seit Wochen im Kalender mit goldenem Stern markiert ist, es besteht das GerĂŒcht, dass die Hardliner der Weihnachtsszene bereits seit Halloween mit Zelten und Whams „Last Christmas“ ausgerĂŒstet auf der Hochstraße campieren.

Aller Vorfreude zum Trotz stellt sich eine Frage: Wo bleiben die großen, roten Trucks, die hell erleuchtet zu stimmungsvoller Musik durch den Schnee fahren? Offiziell beginnt die Weihnachtszeit schließlich erst mit der Coca-Cola-Werbung. So sitzen die Familien alle Jahre wieder gebannt vor den Fernsehern. Überall das gleiche Bild: Die Weihnachtskarten fĂŒr die Lieben auf dem Wohnzimmertisch verteilt, dazwischen Marzipan, Zimt und Tannenbaum-Ausstecher, der Finger am Abzug des Feuerzeugs. Sobald die ersten Töne der festlichen Werbung erklingen, gibt es kein Halten mehr. Einfallsreiche WeihnachtswĂŒnsche werden geschrieben, das erste Blech Zimtsterne wandert in den Ofen und alle 37 Kerzen im Haus brennen in Rekordzeit. Es ist ja noch SO viel zu tun. Da bleibt auch keine Zeit sich zu wundern, warum ausgerechnet die Werbung eines ErfrischungsgetrĂ€nks eine ganze Nation in vorweihnachtliche Ekstase versetzt.

Wie hoch muss der Geschenke-Kredit dieses Jahr sein? Gans oder Ente? Wer ist Vegetarier, wer laktoseintolerant? Vertragen sich Opa Werner und Tante Helga wieder oder gibt es dieses Jahr getrennte Tische? Und wer nimmt eigentlich Oma? Auch wenn SO viele Fragen zu klÀren sind, noch ist genug Zeit. 40 Tage, 6 Stunden und 32 Minuten bis zum heiligen Abend, aber wer zÀhlt das schon.



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