18. Mai 2016  00:00

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Solidarische Landwirtschaft in Resse

Wissen, woher das Essen kommt

Seit MĂ€rz leben Stefanie und Martin vom Hof Schulze Schleithoff das Prinzip der solidarischen Landwirtschaft. Wie das funktioniert und warum sich das Ehepaar fĂŒr diese Erwerbsform entschieden hat, hat Buerpott herausgefunden.

Von Lena Gerbig

Noch ist es ruhig auf dem Hof von Familie Schulze Schleithoff in Resse. Durch die offene ScheunentĂŒr hört man Schweine und KĂŒhe, die genĂŒsslich Heu fressen. Stefanie und ihr Mann Martin (beide 31) laufen geschĂ€ftig hin und her. Heute ist Abholtag, in einer Stunde stehen hier die Kunden auf dem Hof, um ihre Kontingente an GemĂŒse, Fleisch oder Eiern abzuholen. Doch was hat es damit eigentlich auf sich?

:: Die Idee: Solawi ::

Solawi, das bedeutet solidarische Landwirtschaft. Stefanie und Martin haben sich erst im vergangenen Jahr entschieden, diese Art von Landwirtschaft auf ihrem Hof zu betreiben. "Meine Schwiegereltern haben den Lindenhof 1998 gekauft und wieder aufgebaut", erzĂ€hlt die junge Frau, "lange Zeit diente der Hof nur zur Selbstverpflegung. Was an Lebensmitteln ĂŒbrig war, haben wir an Freunde und Bekannte abgegeben."

Jetzt hat das junge Ehepaar die Bewirtschaftung des Lindenhofes ĂŒbernommen. In diesem Jahr sind sie mit der solidarischen Landwirtschaft eingestiegen. "Mein Mann war direkt Feuer und Flamme", erinnert sich Stefanie. Der Verband Solawi umfasst deutschlandweit etwas mehr als 100 gemeldete Betriebe, die solidarische Landwirtschaft betreiben. Ein Berater aus Schleswig-Holstein besuchte den idyllischen Hof in Resse und ermittelte, dass mit den gegebenen Ressourcen 60 Menschen mit Fleisch, Eiern und Obst/GemĂŒse versorgt werden können, erzĂ€hlt Stefanie Schulze Schleithoff.

:: Die Umsetzung ::

Ende des vergangenen Jahres fand auf dem Lindenhof ein Infotag zur solidarischen Landwirtschaft statt. Mit bombastischer Resonanz: innerhalb weniger Stunden waren bereits fast alle Kontingente fĂŒr GemĂŒse, Eier und Fleisch verkauft. Mehrere hundert Interessierte waren auf den Hof gekommen, um sich ĂŒber das Prinzip zu informieren. "Die meisten Kunden stammen aus Buer, Resse und Erle", erzĂ€hlt Stefanie Schulze Schleithoff. FĂŒr den Anfang ist die große positive Resonanz der Menschen auf das Prinzip Solawi ein toller Erfolg. "Langfristig wĂŒnschen wir uns, dass Solawi zum Haupterwerb wird", plant die junge Landwirtin. In diesem Jahr geht es erst einmal vorsichtig los. 150 HĂŒhner legen tĂ€glich ihre Eier. Das Fleisch stammt von hofeigenen Tieren: LĂ€mmer, Schweine und Rinder halten die jungen Landwirte. Außerdem gibt es ein GewĂ€chshaus sowie einen Acker, wo regionale und saisonale Obst- und GemĂŒsesorten angebaut werden. Eine Streuobstwiese im hinteren Teil des Hofes sorgt ebenfalls fĂŒr frisches Obst.

:: Abholtag ::

Am Abholtag kommen die Teilnehmer der Hofgemeinschaft zum Lindenhof. Sie können alles, was sie im Vorfeld bezahlt haben, zum Verzehr abholen. In dieser Woche gibt es frisch geernteten Salat, Kohlrabi, Spinat und Radieschen. Außerdem Rindfleisch vom geschlachteten Tier und sechs Eier. "Wenn alles gut lĂ€uft, werden wir im nĂ€chsten Jahr unser Angebot vergrĂ¶ĂŸern", verrĂ€t Stefanie Schulze Schleithoff.



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Der Gedanke von solidarischer Landwirtschaft ist, dass die Produkte der Landwirte nicht mehr in den Markt einfließen. Stattdessen soll ein neuer, eigener Wirtschaftskreislauf entstehen: Teilnehmer bezahlen im Voraus Geld fĂŒr ihre Kontingente an Lebensmitteln. Damit finanzieren sie die Landwirtschaft des Hofes, an dem sie sich beteiligen. Die Ernte wird im Laufe des Erntejahres auf alle Teilnehmer aufgeteilt.

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