12. April 2016  00:00

Kommentieren

Cem Özdemirs Musikkneipe Rosi

„Gelsenkirchen ist Heimat”

Sofa-Ecken, sanfte Elektrobeats, Discokugel: Hier entsteht sowohl Wohnzimmer-, als auch PartyatmosphĂ€re. Cem Özdemir belebt mit seiner Musikkneipe Rosi das Nachtleben. Die Weberstraße ist fĂŒr SchĂŒler und Studenten, aber auch fĂŒr Erwachsene ein beliebter Treffpunkt.

Von Helena Sommer

Cem ist gebĂŒrtiger TĂŒrke und kam bereits mit drei Jahren nach Deutschland. Hier, in Gelsenkirchen, ist er groß geworden. Der heute 45-JĂ€hrige absolvierte ein gutes Abitur und studierte daraufhin Kommunikationswissenschaften mit Politologie und Anglistik. Nebenbei arbeitete er in der Gastronomie. Bald schmiss Cem sein Studium und widmete sich ausschließlich der Esskultur. Heute fĂŒhrt er mit drei Mitarbeitern die Rosi, die sich zunehmend von einem Bierlokal zu einer Musikkneipe entwickelt hat. Angefangen mit gelegentlichen Gigs, spielen mittlerweile monatlich Bands in der Kneipe. Insgesamt ist die Rosi eine Kombination aus all den Lokalen, in denen er selbst gerne war, und seiner eigenen Handschrift.

:: „Was du gern hast, kannst du auch“ ::

Vor 25 Jahren beginnt Cem in einer Zeitarbeitsfirma zu arbeiten und lernt dabei alle Seiten der Branche kennen. „Bei der Arbeit trug ich mal weiße Handschuhe und mal Arbeiterhandschuhe, um Scheiße wegzumachen“, erklĂ€rt er, „Gastronomie ist ein hartes GeschĂ€ft.“ Aber das hat ihn nie aufgehalten, denn die Freude ĂŒber positive RĂŒckmeldungen der GĂ€ste und die Leidenschaft fĂŒr den Beruf sind grĂ¶ĂŸer. Ganz nach dem Motto: „Was du gern hast, kannst du auch.“

Auch wenn der Schlaf mit drei bis vier Stunden etwas zu kurz kommt, ist Cem zufrieden: „Mich hat es gut getroffen.“ Denn der Job birgt grade fĂŒr das Familienleben am Tag große Vorteile. Er hat viel Zeit fĂŒr seine Frau und die beiden Söhne, das sei fĂŒr ihn ein großer Motivator.

:: Zwischen Entenhausen und Nicht-BILD-Lesern ::

Unteranderem arbeitete Cem im Industrie Club DĂŒsseldorf: „Das Klientel erinnert eher an Dagobert Duck und Klaas Klever aus Entenhausen.“ Die GĂ€ste der Rosi hingegen beschreibt er, als „Nicht-BILD-Leser, die auch wissen, wie der Verlag heißt.“

Mit Witz, Offenheit und Fairness hat der Gastronom seinen Laden voll im Griff. Diese Eigenschaften prĂ€gen auch seine GrundsĂ€tze als Chef: „Jede TĂ€tigkeit meiner Mitarbeiter muss ich besser beherrschen, ob Cocktails mixen oder Klo zu putzen. Ich darf mir fĂŒr nichts zu schade sein.“ Und ergĂ€nzt: „Das Wichtigste was ich wĂ€hrend meiner Zeitarbeit gelernt habe: Die Zufriedenheit der Mitarbeiter ist das höchste Gut. Denn fair behandelte und gut aufgehobene Mitarbeiter sind motiviert und das spĂŒren auch die GĂ€ste.“

:: Wenn alles scheiße ist ::

Cem ist viel in Europa rumgekommen, hat hier und dort gearbeitet. Trotzdem zog es ihn immer wieder zurĂŒck in den Ruhrpott. Warum? „Gelsenkirchen ist ambivalent. Wenn du hier eine Oma auf der Straße grĂŒĂŸt, lĂ€chelt sie und sagt Hallo, in Frankfurt zum Beispiel werde ich nur schrĂ€g angeguckt“, erklĂ€rt der Gastronom. Und fĂŒgt hinzu: „Wenn alles scheiße ist, komm ich hierher zurĂŒck. Gelsenkirchen ist Heimat.“

Die Kneipenkultur lĂ€sst zwar immer noch zu wĂŒnschen ĂŒbrig, Cem jedoch belebt mit seiner Rosi das Nachtleben ungemein. Er selbst findet es erschreckend, dass es nicht mehr solcher AnsĂ€tze gibt: „Ich wĂŒnschte, es gĂ€be mehr Gastronomen, die den Mut aufbringen andere Wege zu gehen. Es gibt hier nichts zu verlieren.“

:: Seitenwechsel ::

Zum Streetfood Markt in Buer wechselt Cem mit seinem Astra Bierwagen die Kanalseite. Neben diversen Astra Sorten sind auch Bio- und Fair Trade Produkte, wie Charitea, im Sortiment vertreten. Auch einen zweiten Laden in Buer kann sich der Gastronom vorstellen. Genau ZukunftsplĂ€ne verrĂ€t er nicht: „Ich weiß aber genau wo ich sein möchte.“ Aber nun gilt es erst einmal am 30.April das dreijĂ€hrige JubilĂ€um zu feiern. Es bleibt spannend!



Bisherige Kommentare

Dieser Beitrag wurde bislang nicht kommentiert.



Artikel kommentieren

Ihr Name? (erforderlich)


Ihre E-Mail-Adresse? (erforderlich, wird nicht veröffentlicht)


Ihr Kommentar?



 
 

Hier ist es

InfoBox

Mehr Informationen ĂŒber Veranstaltungen und GetrĂ€nke gibt es unter www.rosi-online.de oder hier

Von Arschkalt bis Nackt: In der Rosi sind die verschiedensten Astra-Sorten zu entdecken

Insbesondere bei Konzerten herrscht Hochbetrieb in der Kneipe

Schick gemacht: Cem bei der Oscar-Übertragung

Ja, auch diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz