09. Februar 2016  00:00

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Paul-Loebe-Haus

„Beim Kochen ist die Bude voll“

Viele Kinder und Jugendliche treffen sich nach der Schule nicht mit Freunden, sondern spielen mit ihrem Handy. In Gelsenkirchen Buer ist das anders. Im Paul-Loebe-Haus treffen sich tÀglich um die 30 Kinder und weitere 20 Jugendliche.

Von Johanna Litterscheidt

In der DĂŒppelstraße fĂ€llt ein Haus besonders auf. Die HĂ€userwand ziert ein buntes Graffiti und an der TĂŒr hĂ€ngt eine Girlande mit den Worten „Willkommen“. Beim Betreten des Hauses wiederholt sich das fröhliche Bild. Mehrere Kinder sitzen zusammen vor einer Tafel und spielen HĂ€ngemĂ€nnchen. In einem anderen Raum sitzen noch mehr Kinder, die gerade ein Bild malen. Eine gewöhnliche Situation im Paul-Loebe-Haus. Das Paul-Loebe-Haus ist eine Kinder-und Jugendeinrichtung des Bauvereins Falkenjugend e.V. Die Einrichtung bietet Kindern und Jugendlichen viele verschiedene Angebote.

::BĂŒroarbeiten, Hausaufgabenbetreuung und viel Spaß::

Eine hauptamtliche Mitarbeiterin beschreibt die Einrichtung so: „Wir sind ein Haus der offenen TĂŒr, das heißt wir haben von 14 bis 15 Uhr geöffnet und da haben wir die Hausaufgabenbetreuung fĂŒr die Kinder und so kleine Lernhilfen. Dann haben wir von 16 bis 20 Uhr eigentlich geöffnet und das ist ein bisschen nach Altersgruppen geschichtet“. Silke Vukan ist 47 Jahre alt und hat SozialpĂ€dagogik in MĂŒnster an der Fachhochschule studiert, jetzt arbeitet sie schon seit 20 Jahren beim Bauverein. Zehn Jahre spĂ€ter hat ein interner Wechsel stattgefunden, durch den sie zum Paul-Loebe-Haus kam. Zu ihrer Position erzĂ€hlt sie: „Da ich eine Vollzeitstelle habe, bin ich hauptamtliche Mitarbeiterin und habe eigentlich die Leitungsfunktion von der Einrichtung“. Um 11:30 Uhr beginnt ihr Tag. Sie versucht dann zuallererst ihre BĂŒroarbeiten geregelt zu bekommen, bevor dann um 14 Uhr die Kinder zur Hausaufgabenbetreuung und Lernförderung kommen. Danach kommen um 16:00 Uhr noch mehr Kinder und ab 18:00 Uhr dann die Teenies. Neben dem Bereich, wo die Kinder frei spielen können, gibt es auch immer ein bestimmtes Angebot. Montags gibt es zum Beispiel „Theater Theater“, dienstags die „Kinder-Koch-Aktion“ und mittwochs gibt es „Outdoor fĂŒr Kids: Natur-Aktion“.

Silke mag gerade das an der Einrichtung: „Das Besondere an uns ist, dass wir vielfĂ€ltig sind. Auch im normalen tĂ€glichen Programm haben wir das gemischt. Jeden Tag versuchen wir didaktisch und methodisch andere Bereiche abzudecken, sodass wir vielfĂ€ltig sind. Die Kinder und Jugendlichen können sich ihren Tagesablauf im Grunde selber bestimmen. Manchmal wollen die nur abgammeln, aber oft finden sie es auch schön eine Struktur zu haben und zu wissen was an welchem Tag ist. Dadurch können sie auch entscheiden an einem Tag nicht zu kommen, wenn sie etwas nicht so gerne mögen. Gerade beim Kochen ist die Bude voll“. Das Kochen wird oftmals noch mit ErnĂ€hrungslehre und Hygienekunde unterstĂŒtzt und wird nett verpackt.

::Gleiche Arbeit bei halber Besetzung::

Die Arbeit die ihr am besten gefĂ€llt ist die Arbeit mit den Kindern oder Jugendlichen. Da bekommt sie eine positive RĂŒckmeldung und das ist fĂŒr die 47-JĂ€hrige das Schönste. Auch zu sehen, dass die Geschwister von Besuchern nur darauf warten sechs zu werden, um endlich auch ins Paul-Loebe-Haus gehen zu können, ist fĂŒr sie eine schöne Anerkennung ihrer Arbeit. Die sozialen Kontakte und die Entwicklung der Kinder sind ihre Motivation. „Das macht einfach spaß zu sehen, wenn sie was dazu gelernt haben oder sie plötzlich irgendwas ganz toll können. Wenn man die Entwicklung der Kinder sieht ist das schon sehr schön muss ich sagen, weil die auch so gerne kommen“. Es gibt aber auch Dinge, die nicht so gut sind und dazu gehört auch das System. FrĂŒher gab es viel mehr Mitarbeiter. Im Augenblick ist es so, dass die Arbeitsbereiche genauso geblieben oder womöglich noch grĂ¶ĂŸer geworden sind, es aber immer weniger Mitarbeiterstellen gibt. Das Haus wird also mit einer halben personellen Besetzung betreut und das ist teilweise nicht mehr leistbar. Dazu kommt noch, dass die Einrichtung mehr Geld brĂ€uchte. „Wir basteln hĂ€ufig auch aus MĂŒll. Upcycling ist mir auch wichtig, aber das man auch mal was tolles kaufen kann. Wir haben auch wieder ein paar Sachen gespendet gekriegt unter anderem Knete. Jetzt grade hat auch jemand gesagt, dass er sich das schon immer gewĂŒnscht hat und das es ganz toll ist das wir das jetzt haben. Aber eine Grundfinanzierung wĂ€re natĂŒrlich schön, obwohl das eigentlich utopisch ist.“

Am Ende des Tages ist Silke Vukan glĂŒcklich. Manchmal ist sie auch etwas kaputt, da es meist sehr laut im Paul-Loebe-Haus ist und sie immer versucht fĂŒr alle gleichzeitig da zu sein. Wenn die Kinder mit Problemen zu ihr kommen, nimmt sie die auch manchmal mit nach Hause. „Zuhause ĂŒberlege ich mir Problemlösestrategien. Aber eigentlich sind das ja Sachen, die finde ich mit zum Job dazu gehören, weil man hat die Kinder ja auch lieb gewonnen und wenn man dann versucht andere Sichtweisen durchzuspielen finde ich das jetzt auch nicht so schlimm“.



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Das Paul-Loebe-Haus ist eine Kinder- und Jugendeinrichtung des Bauvereins Falkenjugend e.V. und bietet ein abwechslungsreiches Programm von Gruppenstunden, Kreativ-, Spiel- und Freizeitangeboten. Auch der Falken Ortverband Buer ist hier zu Hause.

Außenansicht des Paul-Loebe-Hauses

Sophia, Leonie und Leonie

Bastelrunde

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