21. Januar 2016  00:00

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Lady Zone

MĂ€nner mĂŒssen draußen bleiben

Vergesst eine ArmlĂ€nge Abstand – jetzt kommt die Lady-Zone! Nach den VorfĂ€llen in der Kölner Silvesternacht tun unsere Politiker alles, damit sich Frauen wieder sicher fĂŒhlen.

Von Lea Mitulla

Der Regensburger Stadtrat Janele von den Christlich Sozialen BĂŒrgern (CSB) brachte zum Beispiel den genialen Vorschlag sogenannte Lady-Zonen in Bussen einzurichten. Das wĂ€re dann ein pink markierter Bereich im hinteren Teil des Busses, in dem nur noch Frauen sitzen dĂŒrfen. Es muss natĂŒrlich nicht pink sein, das wurde ausdrĂŒcklich betont! Bei diesem Geniestreich wurde natĂŒrlich alles bedacht, man will ja nicht sexistisch sein.

Jetzt fragen wir uns natĂŒrlich: Wie soll Frau den ganzen weiten Weg bis in den hinteren Teil des Busses kommen ohne belĂ€stigt zu werde? Keine Sorge, auch darauf weiß die CSB eine Antwort: eine Notfall-Glocke! Bei so einem ausgeklĂŒgelten Plan fragt man sich wirklich, wieso der Antrag fĂŒr die Lady-Zonen abgelehnt wurde. Gut, eigentlich wurde die Idee ja von den Amerikanern und ihrer Rassentrennung geklaut, aber hatten die eine Notfall-Glocke?

Die Geschlechtertrennung wĂŒrde doch das ganze Problem mit sexueller Gewalt lösen. Die Lady-Zone ist universell anwendbar und absolut sicher. Kein Sexist wĂŒrde doch jemals eine pinke Zone betreten, das wĂ€re ja total unmĂ€nnlich. Und wieso hören wir schon bei Bussen auf? Die Lady-Zone auf dem Gehsteig, im BĂŒro, an Schulen und Hochschulen – die Möglichkeiten sind endlos. Alle PafĂŒmerien und Shopping Center werden automatisch zu reinen Lady-Zonen (macht ja keinen großen Unterschied). Neben den Schildern fĂŒr Hunde wird dann eben noch ein Schild fĂŒr MĂ€nner angebracht: Wir mĂŒssen draußen bleiben.

Damit wir ja nicht sexistisch sind, kann es ja auch ein paar MĂ€nnerzonen geben. Zum Beispiel in der FĂŒhrungsebene in großen Unternehmen, der Kirche und der Politik (macht auch keinen großen Unterschied). Außerdem haben die meisten GebĂ€ude die vor mehr als 100 Jahren gebaut wurden sowieso schon getrennte EingĂ€nge fĂŒr MĂ€nner und Frauen. Deswegen gab es damals auch keine sexuellen Übergriffe auf Frauen.

Aber nein, die Politik muss es mal wieder kompliziert machen. Anstatt der naheliegenden Lösung (die Lady-Zonen versteht sich) brauche es ja eine gesellschaftliche Gesamtstrategie. Sollen jetzt etwa MÀnner plötzlich lernen Frauen zu respektieren? Vor ein paar Monaten wurde doch noch in allen Kolumnen geschrieben, dass die armen MÀnner sich schon gar nicht mehr trauen Frauen Komplimente zu machen. Man will ja nicht sexistisch sein. Und das mit der sexuellen BelÀstigung ist doch sowieso nur ein Problem bei den AuslÀndern.

An den MĂ€nnern in Deutschland kann das auf keinen Fall liegen, das Sexualstrafrecht in Deutschland ist dafĂŒr ja auch viel zu abschreckend. Fast acht Prozent (!!!) aller Vergewaltiger werden verurteilt! Die mĂŒssen dann fĂŒr bis zu 15 Jahre ins GefĂ€ngnis! Ganze fĂŒnf Jahre lĂ€nger als Steuerhinterzieher! Die Regierung muss endlich mal zur Vernunft kommen und auf die wirklich sinnvollen VorschlĂ€ge hören.

Egal ob Lady-Zone oder eine ArmlÀnge Abstand: Frauen brauchen einfach ein paar ordentliche Verhaltens-Regeln, damit sie sich gar nicht mehr in so gefÀhrliche Situationen bringen können. Und falls doch, gibt es ja immer noch die Notfall-Glocke.



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