13. Januar 2016  00:00

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Begriffserklärung

Die Birkenstock–Feminist_innen

Der progressive Feminismus meldet sich in der Debatte um Köln, Sexismus und sexualisierte Gewalt. Alles Ökoweiber, die sich über die Männerwelt auskotzen und das Ebenbild der Verzweiflung darstellen – oder wie sieht Feminismus aus?

Von Marit Langschwager

Feminismus ist im Kommen, das ist klar. Da will jeder mitreden. Aber wodurch macht sich die feministische Gestalt überhaupt bemerkbar? An dem mehr Kinn- und Damenbart? Den verschlissenen Birkenstock-Sandalen? Oder den gekringelten Achselhaaren, die im Sommer ihre vollkommene Entfaltung finden? Die Tür aufhalten oder Blumen schenken? Ein absolutes NO GO! Das Antlitz der weinerlichen Revolutionär_in scheint so leicht erkannt und durchschaut. Auf der Underground-Party glänzt sie mit ihrer polemischen Ansprache: „Wenn andere Generationen es nicht schon vorher gemacht hätten, wäre ICH für Frauenrechte auf die Straße gegangen und hätte meinen BH verbrannt.“ Dass Alice Schwarzer ihre persönliche Heldin ist, steht natürlich gar nicht erst zur Debatte.

Und welchem Feminismus fügt man bzw. Frau sich da nun? Dem Differenzfeminismus, dem spirituellen Feminismus oder eher dem Postfeminismus? Oder doch erstmal nur ein symbolisches Zeichen mit #IloveFeminism setzen? Als die besten Vorbilder gelten wohl die von Schönheit gesegneten und emanzipierten Ladies namens Carry und Samantha. Schließlich stehen die Damen im Scheinwerferlicht und leben ihren Traum vom unverbindlichen Sex und Reichtum in New York City. Das klingt nach echtem Feminismus!

Doch es gibt sie tatsächlich - die sexy Feminist_innen! Sie sind schön wie Emma Watson, begehrenswert wie Taylor Swift oder verführerisch wie Beyoncé – jede dieser Ladies erhob jüngst ihre Stimme für die Rechte von Frauen. Mit einem „sexy“ davor klingt das schauderhafte Wort „Feminist_in“ doch gar nicht mehr so destruktiv. Natürlich ist es einfacher sich mit der Banalität des Erscheinungsbildes abzulenken und sich damit aufzuhalten, wie Frauen denn als Feminist_innen nun aussehen sollen, als sich mit den relevanten Ereignissen zu beschäftigen: Prostitution und Selbstbestimmung, unbezahlter Arbeit, sexualisierter Gewalt, gerechter Bezahlung und all den kräftezehrenden Themen. Denn ganz gleich welche Gestalt die Feminist_in annimmt, eine Haltung einzunehmen – das ist sexy!



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