17. Dezember 2015  00:00

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Star Wars

Der „Star Wars“-Virus

Die Macht ist erwacht und hat den Wahnsinn im Schlepptau. Rette sich, wer kann!

Von Tim Börjesson

Ja, ich bin ebenfalls infiziert. Heute Morgen erwischte ich mich dabei, wie ich mir nach dem Aufstehen meine „Star Wars“-Zahnbürste in den Rachen schob und mir anschließend ernsthaft zuflüsterte: „Die Macht ist mit dir, junger Padawan.“ Dann stieg ich in meinen „Podracer“ und düste durch den Ansturm auf den siebten „Star Wars“-Film mit der Hoffnung unversehrt am Ziel anzukommen. So. Das war jetzt ein Beispiel dafür, wie sich die eigentlich ganz normale Welt mit dem „Star Wars“-Fieber infizieren lässt. Dazu soll gesagt sein, dass dieser Virus hochgradig ansteckend ist.

Selbst vor den alltäglichsten Dingen macht die Seuche keinen Halt. Es gibt „Star Wars“-Tassen, „Star Wars“-Pantoffeln, „Star Wars“-Senf oder die „Star Wars“-Powerdrinks. Auch das Erste Deutsche Fernsehen bleibt nicht verschont. Caren Miosga moderierte am Montag die Tagesthemen mit den Worten an: „Tagesthemen, gucken ihr müsst.“ Man könnte sich aber auch die Kanzlerin in ihrer aktuellen Erscheinungsform gut dabei vorstellen, wie sie mit dem Laserschwert ihre moralischen Forderungen in CSU-Chef Horst Seehofer reinprügelt. Obwohl, nach dem letzten CDU-Parteitag herrscht wieder Frieden zwischen den beiden. Also fehlt hier der galaktische Kampf von Gut und Böse.

Was mir besonders aufstößt: Im Schatten des Krankheitserregers liegt das Fest der Liebe. Weihnachten? Was ist das schon, wenn „Das Erwachen der Macht" selbst dem heiligen Christkind die Show stiehlt. Wahrscheinlich hat sich der Weihnachtsmann auch schon angesteckt und überlässt das Austragen der Geschenke in diesem Jahr Walt Disney.

Ich glaube, dass der Virus in jedem von uns steckt und früher oder später ausbrechen wird. Gibt es denn dafür kein Heilmittel? Unter dem Druck der aktuellen „Star Wars“-Hysterie kann die Antwort nur lauten: „Überstehen wir es müssen.“



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