08. Dezember 2015  00:00

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Tanzschule Tanzart

TraumtÀnzerin im Industriegebiet

Das Tanzen zum Beruf machen – fĂŒr viele ist das der Traum. Aber wĂ€hrend die meisten das Scheinwerferlicht als großes Ziel sehen, gibt es auch TĂ€nzer die mehr wollen. Andrea Holtwiesche lebt genau diesen Traum: das eigene Tanzstudio.

Von Lea Mitulla

„Schritt, Schritt und PliĂ©.“ Die AbsĂ€tze der Charakterschuhe klacken ĂŒber den knallroten Boden. Die Frauen schauen alle konzentriert nach vorne in die großen Spiegel, die vom Boden fast bis zur Decke reichen. „Schritt, Schritt und PliĂ©â€œ, wiederholt Tanzlehrerin Andrea Holtwiesche und macht alles langsam vor. An zwei WĂ€nden sind Ballettstangen befestigt, gegenĂŒber stapeln sich KostĂŒme in allen Farben und dazwischen ist viel Platz zum Tanzen.

:: Der lange Weg zum Erfolg ::

Vor dreizehn Jahren hat sich Andrea Holtwiesche den Traum vom eigenen Tanzstudio erfĂŒllt. In einem Haus auf der Hobackstraße in Beckhausen gab sie Kurse in verschiedenen Tanzstilen, wie Ballett, Jazz oder Hiphop. Ein paar Jahre spĂ€ter kam dann der Umzug ins Industriegebiet ein paar Straßen weiter. „Wir dachten erst: Wie sollen uns die Leute finden, so mitten im Industriegebiet?“, sagt die Gelsenkirchenerin und lacht. Geklappt hat es trotzdem, das rote Haus ist auch schwer zu ĂŒbersehen zwischen dem vielen grau. Über 320 SchĂŒler und knapp 40 Kurse kann sie heute vorweisen, aber der Weg dahin war nicht leicht.

Mit sechs Jahren hat die jetzt 47-JĂ€hrige damals selbst angefangen zu tanzen. Allerdings erstmal mit dem Paartanz. „Mit zwölf habe ich meinen ersten Tanzpartner bekommen und dann mit dem Turniertanz angefangen“, erzĂ€hlt sie. Erst mit 17 hat sie dann mit Ballett, Jazz, Stepptanz und dergleichen angefangen. In der TĂ€nzerwelt ist das ziemlich spĂ€t. ProfitĂ€nzerin wollte sie aber nie werden. „Ich habe einfach so viele Ideen“, sagt Holtwiesche, „Mir hat es schon immer besser gefallen, meine eigenen Sachen zu produzieren.“ Deswegen hat sie angefangen zu unterrichten. Anfang der 90er hat sie in einem Fitnessstudio in Gelsenkirchen Kurse fĂŒr tĂ€nzerische FrĂŒherziehung gegeben. Nach und nach kamen dann immer mehr Tanzstile und ein Aerobic-Schein dazu.

:: Die Familie immer dabei ::

Das Fitnessstudio war aber nicht genug, sie wollte etwas Eigenes. „Es ist einfach schön selbst zu entscheiden, was ich machen will und wie ich es machen will“, sagt sie und schaut zufrieden in den Tanzsaal hinter sich. Ein weiterer Pluspunkt am eigenen Studio: Sie hat ihre Familie immer in der NĂ€he. Direkt ĂŒber dem Studio wohnt die Gelsenkirchenerin mit ihrem Mann Dirk und ihrer Tochter Lisa. „Es ist einfach praktisch, wenn man die Familie gleich da hat“, so Holtwiesche. Es bedeutet auch zusĂ€tzliche UnterstĂŒtzung. Ihr Mann und ihre Tochter sind ebenfalls leidenschaftliche KĂŒnstler und malen gerne. Sie entwerfen fĂŒr AuffĂŒhrungen das BĂŒhnenbild, bauen Requisiten und helfen hinter der BĂŒhne mit. Um die KostĂŒme kĂŒmmert sich Holtwiesche hauptsĂ€chlich selbst, denn vor ihren AnfĂ€ngen als Tanzlehrerin machte sie eine Ausbildung zur Schneiderin.

:: Der kritische Punkt ::

So schön es auch ist selbststĂ€ndig zu sein, so schwer ist dafĂŒr der Anfang. Die ersten fĂŒnf Jahre seien besonders hart gewesen. „Wenn man einmal den Punkt ĂŒberschritten hat, dann lĂ€uft das. Davor muss man sich durchbeißen“, meint die Tanzlehrerin. Am Anfang war noch kein Geld fĂŒr Werbung da. Ihre Kundschaft hat sie sich allein mit Mund-zu-Mund-Propaganda erarbeitet. Letztendlich war es die ganzen MĂŒhen aber wert, den kritischen Punkt hat Andrea Holtwiesche lĂ€ngst ĂŒberschritten.

Vor ein paar Jahren hat sie ĂŒber ein Fernstudium ein Diplom bei der Royal Academy of Dance gemacht. Seitdem ist Tanzart die einzige Tanzschule in Gelsenkirchen, die nach dem Lehrplan der britischen Ballettschule unterrichten und auch PrĂŒfungen anbieten darf. Trotzdem will sie ihr Angebot weiter ausbauen. Im letzten Jahr hat sie sich zur Yoga-Trainerin ausbilden lassen, das wird es auch bald als Kurs geben. Außerdem ĂŒberlegt Holtwiesche, als leidenschaftliche SĂ€ngerin, auch Gesangskurse in ihren Kursplan aufzunehmen. Aber jetzt steht erstmal die nĂ€chste BallettprĂŒfung im neuen Jahr an und auch eine neue Show ist bereits in Planung. „Ich kann mich noch nicht ganz entscheiden, was wir machen, aber auf jeden Fall gibt es diesmal zwei Shows.“, lacht sie. „FĂŒr eine sind wir langsam einfach zu viele Gruppen.“



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Die Tanzschule Tanzart bietet Kurse fĂŒr alle Altersklassen, egal ob AnfĂ€nger oder Fortgeschrittene. Das Angebot umfasst: Ballett, Jazz, Hip Hop, Step-Aerobic, Bodystyling, RĂŒckenfit, Kindertanz, Wellnessworkout, Zumba, Videoclip-Dance und Musical-Dance. Mehr Infos ĂŒber das Studio und die Kurse gibt es hier.

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