13. November 2015  00:00

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Rosis Marientor

Kein Ende in Sicht

Noch ein Schuss oben drauf, dann ist die Krone ideal. Roswitha Poell ist Perfektionistin – Und nicht nur was den Schaum ihres frischgezapften Bieres angeht.

Von Niklas Grischka

Im Marientor ist alles an seinem Platz: Die Lichterkette hängt gleichmäßig in der großen Scheibe, die täuschend echt aussehende Tannen-Girlande ist um die Kerzen gewickelt. Und auch die blauweißen Kugeln nehmen wieder ihre alljährliche Position auf dem Tresen ein.

Wirtin Roswitha Poell, von allen liebevoll Rosi genannt, ist in einem ihrer Elemente. Mit kritischem Blick beäugt sie Stück für Stück die perfekt inszenierte Weihnachtskulisse ihres Lokals. „Die Leute sollen sich hier wohlfühlen. Und Deko ist da immer wichtig“, erzählt sie lautstark und zeigt auf ein nicht übersehbares Schalke-Poster. Doch zwischen all den Schalke-Fanartikeln wirkt die pompöse Weihnachtsdeko fast schon mickrig. Blauweiße Schals, zig Autogrammkarten nie vergessener Schalker-Idole und anderer Fußballkram. Ihre Liebe zu Königsblau ist unübersehbar. Der Ruhrpott-Dialekt und ihre kernige Art machen die 63-Jährige zu einem Gelsenkirchener-Original. Und das obwohl sie gebürtig aus Düsseldorf stammt. 1975 kam sie mit ihrer Mutter ins Ruhrgebiet – zuerst nach Gelsenkirchen, zehn Jahre später dann nach Buer. Hier sammelte die gelernte Schneiderin auch erste Erfahrungen im Nacht- und Kneipenleben.

: : Ehrlichkeit hinterm Tresen : :

Ihr geschultes Auge für Mode und Styling hat sie dadurch nicht verloren. Feuerrote Haare, ein sommerlich brauner Teint und auffallend großer Silberschmuck zieren die beachtlich große Dame. Eine Frau, der ihr Äußeres wichtig ist, unabhängig vom Pegel ihres Gegenübers. Und der kann auch schon um 13 Uhr beachtlich hoch sein. Nach 15 Jahren Thresen macht ihr so schnell niemand etwas vor: Dem Zuruf „Ein Krefelder mit Cola“ einer sichtlich durstigen Dame kontert sie vorlaut mit „Hömma, dat Krefelder is’ immer mit Cola“. Hart aber herzlich – typischer Ruhrpottcharme. Wer Rosi kennt, weiß ganz genau wie sie das meint.

: : Was die Schaumkrone für das Bier, ist Rosi für ihre Gäste : :

Genau das ist es, was den Kneipenbesucher tagtäglich in Rosis vier Wände zieht: Ihre offene und ehrliche Art, die gemütliche Atmosphäre und natürlich Schalke. Ob Rentner, Arbeitsloser oder Geschäftsmann – die trinkfreudige Klientel ist breit gefächert. Denn „Durst haben die doch alle“, sagt sie mit rauchiger Stimme, während sie routiniert zwei Pils für die Herren in der Ecke zapft. Stolz erzählt sie von ihrem selbstkreierten Schalke-Likör. Nach viel Probiererei sei er mittlerweile ihr beliebtester Kurzer. Eine Mischung zweier Liköre, natürlich im grellen Blauton. Somit ist klar: Die Eigenkreation darf als eine Hommage an den FC Schalke verstanden werden.

: : Von Natur aus eine Kämpferin : :

Und dann wird es plötzlich ganz nostalgisch. Während Louis Armstrong mit seiner Reibeisenstimme „What A Wonderful World“ zum Besten gibt, schwelgt Rosi auf dem Thresen lehnend in Erinnerungen: „Fuffzehn Jahre hab ich den Laden jetzt schon. Und so viele Kneipen machen dicht. Du muss’ halt kämpfen. Aber kämpfen musse’ eh“ – so wie es sich für die Kämpfernatur gehört. Ein Ende ist jedenfalls nicht in Sicht.



Bisherige Kommentare

Finaluphfariz   13.02.2016, 17:57:20 Uhr

ari sranc krvcnenq obmaain asenk hayeren xosa u verjumer caxkacni: im axpeeeers, jan, jan jan U mekel koxkic mihat tati durs ga Barak u Michele Obamaneri userin lavash gci, heto Michelin gtalov mexr utacni minchev Baraki votov dran demi apsen jardi .:)



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InfoBox

Seit 2000 steht die heute 63-Jährige schon hinter dem Thresen ihrer Kneipe. Aber nicht nur für Schalkefans ist Rosis Marientor ein Begriff.

Ă–ffnungszeiten:

Montag - Freitag: 13:00 Uhr – 01:00 Uhr

Am Wochenende: 11:00 Uhr – Ende offen

Teil 1 ihres selbstkreierten Schalke-Likörs

Aber auch Fans des Frischgezapften kommen nicht zu kurz

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