12. November 2015  00:00

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DFB-PrÀsident Niersbach

Unverschuldet in Not geraten

DFB-Chef Niersbach tritt zurĂŒck. Ein gebrochener Mann - der seine Jobs bei UEFA und FIFA behalten muss.

Von Katharina Kubitza

Er bescherte uns das SommermĂ€rchen der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Nun wurde der einstige Held Wolfgang Niersbach geradezu genötigt sein Amt beim Deutschen Fußballbund niederzulegen. Und warum das ganze? Weil unwissende Spiegel-Reporter spekulieren und ins Blaue hinein raten, dass eventuell bei der WM-Vergabe 2006 Gelder geflossen sein könnten. Nun muss Niersbach Verantwortung fĂŒr Ereignisse ĂŒbernehmen, fĂŒr die er gar nicht verantwortlich ist. Bis zuletzt hat er uns immer wieder versichert, dass er „sauber gearbeitet“ und sich „persönlich absolut nichts vorzuwerfen habe“.

Aber was bedeutet dieser RĂŒcktritt nach 27 Jahren beim DFB fĂŒr den Menschen Wolfgang Niersbach persönlich? DarĂŒber denken weder die Medien noch die Öffentlichkeit bei ihrer Hetze nach. Niemand verschwendet auch nur einen Gedanken daran, wie sehr den 64-JĂ€hrigen dieser RĂŒcktritt trifft. Karrieretechnisch wird er wohl nie wieder Fuß fassen. Davon abgesehen wird in Zukunft ein großes Loch in seiner Haushaltskasse klaffen: 70.000 Euro AufwandsentschĂ€digung und ein Firmenwagen vom DFB lassen sich nicht so einfach ersetzen.

Man kann ihm wirklich nur wĂŒnschen, dass er wenigstens seine Ämter in den Exekutivkommitees von der UEFA und der FIFA behalten darf. So kann er sich immerhin mit 50.000 Euro der UEFA und 200.000 Dollar der FIFA im Jahr gerade so ĂŒber Wasser halten.

Sollte die Ethikkommission des Weltverbands Niersbach allerdings fĂŒr alle TĂ€tigkeiten im Weltfußball sperren, sieht es dĂŒster fĂŒr ihn aus. Dann bleibt ihm pro Jahr nur noch seine sechsstellige Betriebsrente. Dann heißt es endgĂŒltig: Unverschuldet in Not geraten. Dann können arbeitslose Fußballfans Wolfgang Niersbach bald in der Schlange vor dem Sozialamt treffen und nach einem Autogramm fragen. Immerhin etwas von seinem einstigen Ruhm bliebe dann ĂŒbrig.



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