15. Oktober 2015  00:00

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Sponsoring

Widerlich sĂŒĂŸ

Fisherman's , FruchTiger, oder FischstĂ€bchen – die Liste möglicher Kandidaten fĂŒr die Zoo-Speisekarte ist lang.

Von Niklas Grischka

Jetzt ist es also offiziell. GetrĂ€nkehersteller Sinalco ist Sponsor der Seelöwenanlage in der Gelsenkirchener Zoom Erlebniswelt. Ein Erlebnis der sĂŒĂŸen Art. Aber auch nur was den Zuckergehalt angeht. Die Entwicklung selber ist alles andere als sĂŒĂŸ. Jetzt sollen wir uns also auch noch mit tierischen Testimonials rumĂ€rgern? Man stelle sich einen Seelöwen vor, der genĂŒsslich in der Sonne an seiner Limo nippt. Als wĂŒrde unsere tagtĂ€gliche Horrorfahrt durch den Werbedschungel nicht schon reichen. Hinzu kommen Adipositas und Karies als Folgen zu hohen Zuckerkonsums. Kaum auszumalen, welche Ausmaße das noch annehmen wird.

Der eigentliche Fluch ist jedoch ein anderer, viel grausamerer. Der samstĂ€gliche Familienausflug in den Zoo wird teuer. Noch teurer. Und wer das ausbaden darf ist auch klar – die Eltern. Wer will schon morgens um Zehn die quĂ€ngelden Kinder durch den Zoo schleifen? Nur weil die Kleinen beim Anblick der Seelöwen auch Lust auf Limo haben, statt das mitgebrachte Wasser zu trinken.

„Guck mal Papa, dem Seelöwen schmeckt die Sinalco doch auch“ wird neben „Ach Manno, der Grizzly isst auch ‘nen braunen BĂ€ren“ einer der Standard-SĂ€tze. Daher ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis der Weg zum Zoo-Kiosk wegfĂ€llt und der SĂŒĂŸkram direkt vom Tier verkauft wird. Es wird aber leider nicht bei Limo und Eis bleiben. Dominierte bisher nur Langnese die SĂŒĂŸigkeitenwelt des Zoos, werden wie jĂŒngst mit Sinalco weitere Geldgeber folgen und in das lukrative GeschĂ€ft einsteigen. Dass Affen Bananen lieben, dĂŒrfte auch den Verantwortlichen von Chuiquita-Bananen bekannt sein. Bislang jedoch noch nicht auf der Besucher-Speisekarte, noch nicht. Und wer, wenn nicht der Pinguin könnte besser den sahnigen Kinder-Pingui prĂ€sentieren? Na gut, der Tiger mit 'ner Flasche FruchTiger in der Tatze ist mindestens genau so glaubwĂŒrdig. Dasselbe bei den Fischen und den frittierten StĂ€bchen beziehungsweise den Lutschpastillen. An Potenzial und Markt mangelt es dem Zoo nicht.

Lange lassen weitere Großunternehmer mit neuen Kampagnen also nicht mehr auf sich warten. Letzten Endes will jeder ein StĂŒck von der Torte. Wenn Coppenrath & Wiese sich clever anstellt, gibt’s die schon bald neben bei den EisbĂ€ren.



Bisherige Kommentare

Christoph   15.10.2015, 11:36:21 Uhr

Endlich mal echter Journalismus!



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