26. April 2015  00:00

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Nachhaltigkeit

FĂĽr ein besseres Gelsenkirchen

Das Agenda 21-Büro in Gelsenkirchen trägt mit unterschiedlichen Projekten zu einer nachhaltigen Entwicklung der Stadt bei – und das schon seit 15 Jahren. Auch dieses Jahr geht es wieder um Bildung, Sport, Fortschritt und jede Menge Preise.

Von Jonas Bredel

Ein kleines Büro zwischen Pizzeria, Chinarestaurant und Versicherungs-Service-Center. Das Agenda 21-Büro ist von außen recht unscheinbar, einem nicht Ortskundigen würde das Büro in der Von-Oven-Straße wohl kaum auffallen. Doch hinter der unscheinbaren Fassade planen fleißige Mitarbeiter die Zukunft der Stadt Gelsenkirchen. Mit unterschiedlichsten Projekten treiben Werner Rybarski, Agenda 21-Beauftragter der Stadt Gelsenkirchen, und seine Mitarbeiter nun schon seit 15 Jahren den Strukturwandel voran. „Früher lag das Kapital dieser Stadt in Bodenschätzen, heute in den Köpfen der Menschen. Mit unseren Projekten und Angeboten fördern wir viele unterschiedliche Interessen“, sagt Rybarski.

::Die Zukunft dieser Stadt geht immer durch die Schultore::

Unter diesem Motto stehen verschiedene Freizeitgruppen für Jugendliche, die vom Agenda 21-Büro ins Leben gerufen worden sind. Besonders Jugendliche mit Migrationshintergrund beteiligen sich an der Gruppenarbeit, um besser Deutsch zu lernen und soziale Kontakte zu knüpfen. Im Moment entwickelt eine Arbeitsgruppe einen Film zum Thema Integration. Die Jugendlichen zeigen, aus welchem Land sie ursprünglich kommen, wie sie nach Deutschland gekommen sind und was sie sich für ihre Zukunft vorstellen. „Die Jugendlichen, die die Freizeitgruppen besuchen sind sehr motiviert und lernen sehr schnell Deutsch. Sie wissen, dass in Deutschland nichts ohne Bildung geht“, erklärt Werner Rybarski. Ein Teil des Agenda 21-Büros ist das Kolleg 21. Dort können Studenten während und nach dem Studium Projekte begleiten und neben Geld wichtige Qualifikationen erlernen. Die Projekte drehen sich rund um das Thema nachhaltige Entwicklung in Gelsenkirchen und greifen in diesem Kontext die Themen Bildung, Mobilität, Ernährung und Konsum auf. Insgesamt arbeiten momentan sechs Studenten im Kolleg 21. „Wir wollen die Studenten nach ihrem Abschluss nicht an andere Städte verlieren, sondern in das Netzwerk der Stadt Gelsenkirchen integrieren“, betont der Agenda 21-Beauftragte.

::Radfahren fĂĽr ein besseres Klima::

Auch dieses Jahr nimmt die Stadt Gelsenkirchen wieder am Stadtradeln teil. Jeder kann vom 11-31. Mai 2015 mitradeln und dabei helfen, Gelsenkirchen im Städte-Ranking weiter nach vorne zu bringen. Insgesamt treten in diesem Jahr 279 Kommunen an, darunter auch 13 Städte des Ruhrgebiets. Im vergangenen Jahr hat Gelsenkirchen innerhalb des Ruhrgebiets den zweiten Platz hinter Essen belegt. Begeisterte Radler können im Team aber auch alleine antreten. Auf der Internetseite www.stadtradeln.de steht dann, wie viele Kilometer die Radler der jeweiligen Stadt in den drei Wochen zurückgelegt und wie viel Kilogramm Kohlenstoffdioxid sie damit eingespart haben.

::Nachhaltigkeit endet nicht an der Stadtgrenze::

Einmal selbst dabei helfen, die Infrastruktur seiner Heimat zu verbessern – in Gelsenkirchen ist das möglich. Im Rahmen der Mobilität-Werk-Stadt-Ruhr können Bürger Engagement und Wissen einbringen, um beispielsweise dabei zu helfen, die GIS-Online-Plattform zu gestalten. Diese Plattform ähnelt Google Maps, ist allerdings überwiegend auf die Städte Gelsenkirchen und Essen bezogen. Die Bürger können dabei helfen, verschiedene Points of Interest zu ergänzen, Fahrrad- und Wanderwege einzubinden, sodass nicht zuletzt öffentliche Verkehrsmittel und Radfahren wieder an Attraktivität gewinnen. Die Auftaktveranstaltung fand am 18. April 2015 im Evangelischen Gemeindehaus Essen-Altenessen statt. In drei Arbeitsgruppen konnten die Bürger Anregungen und Wünsche äußern.

Gelsenkirchen wurde vergangenes Jahr mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet. Außerdem wurde die Stadt bereits zum vierten Mal "Stadt der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung". Diesen Preis erhalten Städte auf der ganzen Welt, die mit Projekten Kindern und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln vermitteln. Bisher haben erst 16 Städte und Gemeinden in Deutschland diesen Preis erhalten.

Dieses Jahr sucht das Bundesministerium für Bildung und Forschung unter 52 Städten eine Zukunftsstadt. Mit dem Motto „lernende Stadt“ geht Gelsenkirchen an den Start.



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Ob im Team oder alleine, ob Hobby-Radler oder Leistungssportler. Beim Stadtradeln in Gelsenkirchen ist jeder willkommen. Im vergangenen Jahr legten 575 Radler insgesamt 171.130 km mit dem Fahrrad zurĂĽck und sparten dabei 24.642,8 kg Kohlenstoffdioxid ein.

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Zahlreiche Auszeichnugen hat das Agenda 21-Büro schon abgeräumt – darunter auch der Deutsche Nachhaltigkeitspreis.

Werner Rybarski, Agenda 21-Beauftragter der Stadt Gelsenkirchen, bei der täglichen Projektarbeit.

In gemütlicher Atmosphäre kann sich die nötige Kreativität entfalten.

Vorher war in den Räumlichkeiten des Kolleg 21 ein portugiesisches Restaurant, heute ersetzen Beamer und Flipchart Ofen und Tresen.

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