24. April 2015  00:00

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Steffi & Peter Petznick

Kreativ fĂĽr nackte Haut

Werbung für die Erotikwelt - in einem unauffälligen Wohnhaus im Forstweg. Hinter den wohl heißesten Websites, Werbeanzeigen und Plakaten in ganz Nordrhein-Westfalen stecken zwei kreative Köpfe aus Buer - Peter (50) und Steffi (36) Petznick.

Von Julia Zuew

Die Maisonette-Wohnung im Forstweg ist für Steffi und Peter Zuhause und Büro zugleich. „Die Leute aus dem Milieu gehen halt nicht zu jedem hin. Bei uns wissen sie, dass sie vertrauen können.“ Kein auffälliger Bürobau, keine großen, öffentlichen Räume – zum einen sei es günstiger, zum anderen angenehmer für die Kundschaft. Anfangs hatten sie Aufträge für die kleinen Läden, heute für die Riesen im Rotlicht-Geschäft – zu den langjährigen Stammkunden gehören unter anderem die größten FKK-Clubs in Düsseldorf und Essen. An den Hauptstraßen und Hauswänden, in Zeitungen und Magazinen werben stark geschminkte Mädels mit prallem Dekolleté und laszivem Blick für Namen wie „Penelope“ oder „Acapulco“. „Zehn bis zwölf Anzeigen in der Woche schalten wir bei unseren Partnern“, so Steffi.

:: Es war eine Reihe von Zufällen ::

Über eine Bekannte sei er in die Arbeit mit den Unternehmern im Milieu reingerutscht, erzählt Peter. Heute - dreizehn Jahre später – machen Steffi und Peter mit ihrem Unternehmen „DoMedia“ Werbung für Saunaclubs und Bordelle in ganz Nordrhein-Westfalen. Dazu zählen Werbeanzeigen in der „Bild“, WAZ, NRZ und anderen Zeitungen. Auch Webdesign, Flyer und Eventwerbung bieten die Beiden an. Ist der Umgang mit dem Chef eines FKK-Clubs anders, als mit einem 08/15-Kunden? Steffis Antwort: „Klar, du kannst nicht hin und mit „Guten Tag, Herr Müller, was kann ich für Sie tun?“ ankommen“. Bei ihren Kunden sei sie eher per „Du“. Bis auf die lockere Begrüßung und Ansprache, seien es aber ganz gewöhnliche Geschäftsgespräche- und Treffen. Sie ergänzt: „Es heißt ja ganz schnell „Das sind ja alles Zuhälter, die sind gefährlich“. Es sind aber eigentlich ganz normale Geschäftskunden.“ Schlechte Erfahrungen seien ihr erspart geblieben. Videoüberwacht ist der komplette Wohn- und Arbeitsbereich trotzdem.

Ein einziges Mal, erzählt Peter, habe ein Kunde ihm Probleme bereitet. „Er hatte jemanden zu mir geschickt. Es war ein großer Kerl mit Bart, schon etwas älter. Als ich - aus gutem Grund - nicht zahlen wollte, zog er seine Knarre.“

Ein Schlüssel für den Erfolg von „DoMedia“ sei Verschwiegenheit. „Unsere Kunden bevorzugen es, wenn wir zu ihnen kommen und nicht umgekehrt - die legen viel Wert auf Diskretion“, so Steffi. Manche Kunden sind aufeinander gar nicht gut zu sprechen - das einzige, was die Lager gemeinsam haben, sind die Bestellungen bei Steffi und Peter. „Man muss schon aufpassen, was man zu wem sagt“, so Peter. „Stell dir ein Meer vor. Darauf sind große, alte Schlachtschiffe. Wir sind ein kleines Gummiboot, dass umherfährt und alle Schiffe bunt anmalt“, erklärt er.

:: Neu orientiert - mit Erfolg ::

Circa fünfzehn Jahre lang war Peter Petznick als LKW-Fahrer unterwegs, bevor er einen Bandscheibenvorfall erlitt. „Danach habe ich, auf die Empfehlung meiner Bekannten hin, eine Umschulung zum Webdesigner abgeschlossen.“ Er arbeitete anschließend als Freelancer in einer Werbeagentur. Werbung für „König Pilsener“, „Metaxa“ und andere Marken habe er gestaltet. „Das war mir aber zu blöd“, erzählt Peter. „In Schlips und Kragen im Büro zu sitzen – das ist nicht so meine Welt.“ Peter stieg aus, machte sich selbstständig. Nach der ersten Website für einen Webcam-Service wurden andere Club- und Bordellbesitzer aufmerksam. Schon bald pflegte Peter ein gutes Netzwerk mit neuen Auftraggebern. „Danach lief eigentlich alles über Mundpropaganda“, so Peter. Durch Empfehlungen zufriedener Kunden knüpfte er immer mehr neue Kontakte, zog Aufträge an Land - so läuft das Spiel auch heute noch. Mit den Jahren kamen auf dem gleichen Wege Freelancer zum Team von „DoMedia“ dazu. So ist mittlerweile ein Team aus sieben Leuten entstanden.

Vor ihrer Arbeit in der Werbebranche war Steffi Altenpflegerin. Ihren Job musste sie jedoch wegen ihrer Krebserkrankung an den Nagel hängen. Die damals 30-Jährige gab aber nicht auf: „Statt doof zu Hause rumzusitzen, hab ich Peter geholfen“, sagt sie. Mit Büroarbeit habe sie angefangen – Steuerunterlagen und Rechnungen. Sechs Jahre ist das nun her, heute ist Steffi meist im Außendienst unterwegs.

:: Angst oder Unsicherheit? Fehlanzeige ::

Laut Steffi sehen die Chefs in den Clubs außerdem lieber eine Frau das Geld abholen oder neue Aufträge entgegennehmen. „Einen Mann sehen sie direkt als Freier“, sagt sie. „Der könnte ja nach einem freien Zimmer fragen. Bei mir wissen die Besitzer, dass es sicher nicht der Fall ist.“ Aber fühlt sie sich denn sicher, wenn sie nachts Bordelle und Rotlicht-Viertel abklappert um Geld abzuholen? Darauf erwidert Steffi, selbst in „Ecken, wo die Mädels jede andere Frau anfallen würden, weil die ja eine Konkurrentin sein könnte“ sei sie unbesorgt, da man ihr Gesicht und ihren Namen kenne. „Und wenn mir was passieren sollte, wird mir in jedem Club um die Ecke geholfen. Ein Anruf reicht.“

:: Diskretion und Privatsphäre werden groß geschrieben ::

Konkurrenz fürchten die beiden Unternehmer nicht. „In unserem Bereich sind wir die Nummer eins in NRW“, sagt Peter stolz. „Als Außenstehender kommt man halt nicht rein ins Geschäft.“ Viele Kontakte und langfristige Aufträge habe es gebraucht, bis die Eigentümer der Clubs ihm vertrauten. Es habe auch lange gedauert, bis die Kunden Steffi akzeptiert haben. Am wichtigsten sei es aber zu wissen, welche Sachen man besser nicht weitererzählt: „Sonst würden wir nicht mehr leben“, sagt Peter und lacht.



Bisherige Kommentare

Atanu   13.02.2016, 17:57:51 Uhr

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Benny (l.) und Lola (r.)sind die Maskottchen der Beiden. Peter hält sich von der Kamera fern: "Es ist besser, wenn ich nicht mit drauf bin!"

Viele Kunden nehmen das Angebot fĂĽr Webdesign- und Wartung in Anspruch. Bildquelle: http://saunaclub-penelope.de/

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