29. Januar 2015  00:00

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Pinkel-Urteil in DĂĽsseldorf

Das letzte bisschen Männlichkeit

Sie schreitet immer weiter voran: die Feminisierung des Abendlandes. Nun wurde das Pinkeln im Stehen auch noch vor Gericht debattiert. Doch beim Wasserlassen hört der Spaß auf.

Von Timo Steffens

Dass Johanna von Koczian die Unwahrheit sprach, als sie einst „Das bisschen Haushalt macht sich von allein, sagt mein Mann“ sang, wusste zu dem Zeitpunkt jede Frau. Doch die Männer waren 1977 noch ahnungslos. Manch einer mochte Koczian sogar glauben, denn die Rollenverteilung war klar. Während die Frau wäscht, bügelt, kocht und putzt widmet sich der Mann voll und ganz den wichtigen Fragen des Lebens: Weizen oder Pils? Fußball oder Handball? Rocky oder Star Wars?

Doch das ist Schnee von gestern: Im Jahr 2014 ist die Frau längst Fußballweltmeister, Bundeskanzler, herrscht über die Bundeswehr und führt nebenbei noch ein sehr erfolgreiches, kleines Familienunternehmen.

Und der Mann? Ach herrje, der ist froh, wenn er zum „Hausmann des Jahres“ gekürt wird. Oder er freut sich darüber, dass er ruhig schlafen kann und keine Prügel fürchten muss. Ja es stimmt: Gestandene Männer werden von Frauen verprügelt! So wie Rapper Jay Z beispielsweise, der im vergangenen Mai in einem Fahrstuhl von seiner Schwägerin wüste Prügel bezog – und das vor seiner Ehefrau.

Bei so viel geballter Frauenpower nur verständlich, dass sich manch einer in die Ecke gedrängt fühlt. So griff ein französischer Maurer vor ein paar Jahren zum Äußersten – einem Revolver. Nur so sah er sich imstande sie zum Bügeln seines Hemdes zu bewegen.

Letzter RĂĽckzugsort: das stille Ă–rtchen. Hier darf der Mann noch Mann sein - Deckel hoch, Brille hoch und ab dafĂĽr. Denkste! In der vergangenen Woche stand selbst das zur Debatte und das sogar vor Gericht. Doch durchatmen, denn noch ist es erlaubt, im Stehen zu pinkeln.

So zumindest hat es das Amtsgericht Düsseldorf entschieden, vor dem ein Vermieter zwei Drittel seiner 3000€ Kaution einbehalten wollte, da der Mamorboden um die Toilette herum durch Urinspritzer abgestumpft sei. Doch der Richter zeigte sich solidarisch und erkannte an, dass Pinkeln im Stehen unter Männern trotz einer „anhaltenden Domestizierung des Mannes“ weit verbreitet sei und der Vermieter in diesem Fall vorher hätte auf die Empfindlichkeit seines Bodens hinweisen müssen. Dass Stehpinkeln „zu erheblichen Auseinandersetzungen mit weiblichen Mitbewohnern führen könne“ sei absehbar, dass der Boden darunter leide jedoch nicht.

Glück gehabt! Männer, lasst euch weder in die Knie, noch in die Hocke zwingen. Domestizierung des Mannes – Ihr seid doch keine Dackel! Ein Hoch auf kleine Fliegen im Urinal oder kleine Tore im Pissoir. In Zukunft heißt es weghören, wenn aus dem Wohnzimmer wieder ein „Sitz!“ oder ein „ Du pinkelst doch wohl nicht im Stehen, oder?!“ kommt. Das letzte bisschen Männlichkeit gilt es zu verteidigen, auch wenn der Fußboden darunter leiden muss.



Bisherige Kommentare

Mike   13.02.2016, 16:02:24 Uhr

Ich komme selbst aus Wien und muss sagen, dass die Lage von der Umgebung her nicht so toll ist, etwas heermtergekonmun und viele Ausle4nder. Allerdings ist man innerhalb von 15min in der Innenstadt und die Ubahn ist direkt vor der Tfcr.



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