03. Dezember 2014  00:00

Kommentieren

Café & Konditorei Albring-Rüdel

„Ein Stück Lebensfreude, bitte!“

Bernd Rüdel steht lächelnd in seiner weißen Konditorenschürze hinter der Theke und schneidet eine Torte an. „Wir sind keine Bäcker, wir sind Konditoren!“ meint er mit gespielter Empörung. Darum kauft man Pralinen statt Brötchen und Torte statt Graubrot bei „Café & Conditorei Albring-Rüdel“.

Von Lisa Heinrich

Warme Luft strömt aus dem Café, begleitet von dem Geruch nach frischem Kaffee, geschmolzener Schokolade und Gebäck. Gleichzeitig hört man leises Stimmengemurmel und das Klappern von Besteck. Das kleine Café ist gut besucht, viele Gäste sitzen an den runden Tischen, umgeben von Weihnachtsdekoration.

Bernd Rüdel (43) arbeitet nun schon seit fast 30 Jahren hier als Konditor. „Meine Krippe stand in der Backstube dieses Cafés, ich habe als Kind hier gespielt“, erinnert er sich. Darum stand für ihn auch immer fest, dass er das Familiengeschäft in der dritten Generation weiterführen wird.

:: Traumberuf Konditor ::

Auch aus anderen Gründen ist Bernd Rüdel Konditor geworden: „Es macht einfach Spaß, viele neue Rezepte auszuprobieren und so meine Kreativität auszuleben.“ Dass er dabei gleichzeitig neue Menschen kennenlernt ist ein schöner Nebeneffekt. Denn er redet gerne und viel. Jeder hereinkommende Gast wird freundlich begrüßt, für einen kleinen Plausch ist immer Zeit. Mit einigen Stammgästen duzen sich auch die Gesellen aus der Backstube schon. „Wenn jemand fast jeden Tag hier essen kommt lernt man sich zwangsläufig kennen“, sagt Rüdel. „So sind auch schon einige schöne Freundschaften entstanden.“

Die meisten Besucher im Café gehören zur Generation seiner Eltern, viele kommen mit ihren Enkelkindern hier hin. So hat auch eine junge blonde Bueranerin das Café kennengelernt: „Ich bin früher immer mit meiner Oma hier gewesen“, erzählt sie und trinkt einen Schluck Kaffee. „Jetzt, wo ich älter bin, nehme ich meine Freundinnen mit.“

:: Spezialisierung auf Hochzeitstorten ::

Viele der jüngeren Kunden kommen auch über die Hochzeitstorten zu Rüdel. „Irgendwann haben wir gemerkt, dass unsere Hochzeitstorten stark nachgefragt werden, so sind wir dann dabei geblieben.“ In einem Beratungsgespräch bespricht er mit den Paaren die wichtigsten Punkte: wie groß die Torte sein soll, ob es Allergien gibt, wie die Torte dekoriert werden soll.

Da hat Bernd Rüdel schon einige skurrile Wünsche gehört: „Ein Paar hat im „Fuck“ eine Zombiehochzeit gefeiert“, erinnert er sich und schüttelt dabei den Kopf. „Aus der blutverschmierten Torte sollten Hände rausgucken, die Figuren des Brautpaars sollten Kettensägen festhalten.“ Damit sollten sie den aus Marzipan geformten Gästen die Köpfe absägen, während diese an der Torte hochklettern. „Als ich das gehört hab musste ich erst mal schlucken“, sagt der Konditor und lacht dabei. „Aber das Brautpaar war sehr zufrieden mit unserem Werk.“

:: Neue Rezepte ::

Durch diesen engen Kontakt zu seinen Kunden hat er auch schon viele neue Rezepte gefunden. „Eine Braut wollte unbedingt einen „Original American Cheesecake“ haben, den Kuchen hab ich dann erst mal für meine Familie zum Probieren gebacken“, sagt Rüdel. „Alle fanden den so lecker, dass ich ihn ins Sortiment übernommen habe.“ Dort steht er nun neben Schoko-Himbeer-Torte, Nuss-Buttercreme-Torte, Orangencreme-Torte, Schoko-Cognac-Torte mit Baiserstückchen... „Das Rezept hat auch eine interessante Geschichte“, unterbricht Bernd Rüdel sich. In einem Café in Hamburg hat er diese Torte zum ersten Mal gegessen. „Ich habe einfach auf die Serviette geschrieben, was für Zutaten meiner Meinung nach in dieser Torte sind, und zu Hause habe ich die schnell nachgebacken.“

:: Lebensfreude ::

Für ein gutes Stück Kuchen lässt der 43-Jährige gerne mal das Mittagessen ausfallen, denn „Torte macht auch satt!“ Passend dazu heißt das Motto des Cafés „Wir verkaufen keine Kalorien, wir verkaufen Lebensfreude.“ Dieser Satz steht auf einem großen Schild hinter der Theke. „Sollte doch mal jemand fragen, wie viele Kalorien unser Gebäck hat, dann zeige ich einfach hinter mich“, meint Bernd Rüdel. „Denn wenn es schmeckt, dann kommt es nicht auf die Kalorien an.“



Bisherige Kommentare

Dieser Beitrag wurde bislang nicht kommentiert.



Artikel kommentieren

Ihr Name? (erforderlich)


Ihre E-Mail-Adresse? (erforderlich, wird nicht veröffentlicht)


Ihr Kommentar?



 
 

Hier ist es

InfoBox

Seit drei Jahren steht die Familie Rüdel mit einem eigenen Glühweinstand auf dem Weihnachtsmarkt in Buer. Ihre Spezialität dort ist ein Punsch nach Geheimrezept, dazu gibt es selbstgebackene Weihnachtskekse.

Hier geht es zur Homepage des Cafés.

Ă–ffnungszeiten: Montags bis Freitags von 8.30 Uhr bis 18.30 Uhr, Samstags von 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr

Ein kleiner Teil des Torten-Sortiments.

Das Café in Weihnachtsstimmung.

Quelle">

Die "Ein Braun in WeiĂź"-Hochzeitstorte. Quelle

Das Motto des Cafés.

Ja, auch diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz