01. Dezember 2014  00:00

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City-Service

Ein arbeitsscheues Rudeltier

Der City-Service schaut in den Fußgängerzonen nach dem Rechten – oder etwa nicht?

Von Lukas Schepers

Der City-Service (urbicus officium) gehört zur Ordnung der Servicekräfte und wurde 1999 erstmals in den Innenstädten gesichtet. Er hat sein Revier in den letzten Jahren auf nahliegende Spielplätze ausgeweitet. In seiner Urform war der City-Service äußerst hilfsbereit. Er machte Jagd auf schnelle Fahrradfahrer, Langfinger und andere Unruhestifter. Man munkelt, dass er einer alten Dame die schwere Einkaufstasche trug. Manche, die seine Sprache sprechen, erzählen, dass er auch bei der Suche nach einem ansprechenden Hotel in der Stadt behilflich sein konnte. Auch verlorengegangene Kinder soll er schleunigst wieder aufspüren können, doch im Laufe der Evolution hat sich das Beuteschema auf Kaffee und Zigaretten verlagert. Dies sind, zusätzlich zum dunkelblauen Fell, seine Haupterkennungsmerkmale.

Der City-Service lebt in der Regel im Rudel. Man trifft ihn selten alleine. Meist steht das Rudel rauchender- und quatschenderweise mit wachsamen Augen an der StraĂźenecke. Dienstags und Donnerstags sieht man sie immer wieder mit Pylonen, Kaffe und Zigaretten bewaffnet am Markt stehen. Es ist ein atemberaubendes Naturschauspiel, wie das sonst so arbeitsscheue Tier, auf dem vollgestellten Marktplatz den Verkehr regelt.

Man kann sich jedoch sicher sein, dass der City-Service in brenzlichen Situationen einen Lockruf von sich gibt, der die verwandte Rasse in grĂĽn anzieht.



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