15. November 2014  10:30

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Einbruchserie

Sechs Streiche

Gleich mehrere Kriminalfälle versetzten die Stadt am vergangenen Mittwoch in Angst und Schrecken. Hier das Ranking von Platz 6 bis 1.

Von Laura Vella

Einen absolut gewöhnlichen Auftritt legte ein Kandidat hin, der ein Fenster in einer Erdgeschosswohnung aufhebelte und Einstieg. Nach einer oberflächlichen Inspektion gelang ihm die Flucht mit Bargeld und Schmuck. Ein Abgang ohne großes Tamtam – für diesen wenig spektakulären Fall vergeben wir Platz 6.

Platz 5 geht an einen Kollegen, der die Wohnungstür einer Dachgeschosswohnung knackte. Und, so der erste Eindruck, genauso schnell die Biege machte. Denn auf gestohlene Gegenstände wurde niemand aufmerksam.

Etwas spannender: Platz 4. Der oder die Täter, man munkelt noch, hebelten – Überraschung! – erneut eine Wohnungstür auf, ließen aber nichts mitgehen. Die Polizei geht davon aus, dass die Langfinger womöglich Geräusche von innen wahrgenommen und die Flucht ergriffen haben. Was für ein Scharfsinn!

Platz 3. Schon wieder versuchte jemand am hellichten Tag, eine Wohnungstür aufzuhebeln, ließ es dann aber doch bleiben, weil die Bewohner Wind bekamen. Wer da sein Unwesen trieb, war nicht etwa unfähig. Nein, er hatte einen animalischen Spürsinn. Platz drei für diese Professionalität.

Noch akribischer ging der Zweitplatzierte vor, der durch ein Fenster stieg und dabei in flagranti vom Zeugen erwischt wurde. Dumm gelaufen. Doch der Ertappte sprintete dem Zeugen kurzerhand nur so davon. Die Beschreibung von hinten: imposante einssechzig groß, bekleidet mit einer Jacke mit dezenten, in der Dunkelheit weiß strahlenden Streifen, ungefähr 18 Jahre jung. Was für ein Sportgeist. Und das in dem Alter!

Platz 1 geht ohne Wenn und Aber an den Kandidaten, der durch seine ausgetüftelte Klugheit alles toppte. Zunächst schauspielerte er, dass er an einer massiv gesicherten Wohnungstür fummle. Dann verhunzte er das Schloss so sehr, dass überhaupt nichts mehr ging. Die Bewohner sitzen vermutlich noch heute in der Bude fest. Respekt – so schaltet man systematisch die Konkurrenz aus.

Nach wie vor bleibt die Identität der (potenziellen) Einbrecher, ob nun ein- und dieselben oder doch ganz unterschiedliche, ein Rätsel. Dennoch glasklar: die Gelsenkirchener Einbrecher-Szene beweist, dass Intelligenz die unberechenbarste Tatwaffe bleibt.



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In besonders schweren Fällen können Diebe und Einbrecher mit einer Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu zehn Jahren rechnen. So auch beim Einbruch in ein Gäude, einen Dienst- oder Geschäftsraum oder einen anderen geschlossenen Raum.

Ein besonders schwerer Fall liegt dann vor, wenn der Täter mit einem falschen Schlüssel oder einem anderen nicht zur ordnungsmäßigen Öffnung bestimmten Werkzeug eindringt. Mit Konsequenzen ist ebenfalls zu rechnen, sollte sich eine Person unerlaubt in einem geschlossenen Raum verborgen bzw. versteckt halten.

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