13. November 2014  00:00

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Fotografie

Die hohe Kunst der Selbstdarstellung

Smartphones helfen in allen Lebenslagen – auch beim Fotografieren. Ein großer Schritt nach vorne.

Von Lisa Heinrich

Denn statt wie früher mit Kamera, Stativ, Selbstauslöser und viel Aufwand ein Bild zu machen, schnappt man sich heute einfach sein Handy und legt los. Doch schon kommt die erste Schwierigkeit: wie stelle ich mich dar? Den Blick verträumt in die Ferne richten oder lieber nachdenklich gucken? Am besten beide Stimmungen mehrmals fotografieren, dann hat man am Ende mehr Auswahl. Lächeln, aber ohne Zähne zu zeigen, den Kopf leicht neigen, das Kinn heben, den linken Fuß nach vorne stellen und die Hüfte zur Seite kippen, dabei bitte immer natürlich bleiben – die perfekte Haltung.

Da muss der Arm halt ein bisschen mehr gestreckt werden, um die ganze Pose einzufangen. Wem das zu anstrengend ist, der besorgt sich einfach einen „Selfie-Stick“. Dabei liegt das Handy auf einer Teleskopstange und wird mit einer Fernbedienung ausgelöst. Dank dieser künstlichen Armverlängerung kann man locker den ganzen Körper fotografieren. Und die schönen Berge im Hintergrund. Endlich können Gruppenfotos gemacht werden, ohne dass jemand fehlt oder abgeschnitten ist. Wie hat das nur in Zeiten ohne „Selfie-Stick“ funktioniert?

Schnell hat man so schon mal hundert Fotos zusammen, darunter muss doch das perfekte Selfie zu finden sein. Allerdings ist das Bild ohne Nachbearbeitung nicht wirklich fehlerfrei, denn was sollen die Leute nur denken, wenn man sich ohne Filter und Weichzeichner zeigt? Dann noch einen tiefsinnigen Spruch über das Leben im Allgemeinen und die Liebe im Besonderen dazu schreiben – fertig. Wieder eine halbe Stunde sinnvoll genutzt.



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