08. Februar 2014  00:00

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Restaurant in Buer

"Wir verkaufen Geschmack"

Jakobsmuscheln, Rindercarpaccio oder eine klassische Pizza. Die italienische Küche in der „Villa Italia“ serviert alles, was den Gaumen erfreut – und das bereits seit fast sechs Jahren. Inhaber Thilo Pietsch erzählt wie alles anfing und wie es ist, ein eigenes Restaurant zu führen.

Von Benjamin Held

Es ist eine sehr bewegende Geschichte, die Thilo Pietsch (60) zu erzählen hat. Angefangen hatte aber alles mit jemand anderen: Ende der 70er Jahre eröffnete Ulrich Lüke das „Hugo I.“ (heute „Villa Italia“) als Diskothek. Zu dieser Zeit arbeitete Thilo Pietsch dort als Servicekraft. Später wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit und eröffnete das „Kronski“ in der Markthalle in Buer.

::Von der Disco zum Restaurant::

Anfang der 2000 Jahre zog es das Partyvolk dann in die immer mehr werdenden Großraumdiscos. Ulrich Lüke erkannte den Trend und entschied sich, auch aufgrund seines Alters, seine kleine Disco zu schließen und als Restaurant neu zu eröffnen. Bis zu seinem Tod 2007 bewirtete er dann in der historischen Markthalle der ehemaligen Zeche Hugo die hungrigen Gelsenkirchener. Daraufhin stand das Gebäude lange leer.

::Der nächste Schritt::

Die Suche nach einem Nachmieter dauerte lange an – dann kam Thilo Pietsch. „Wir erinnert uns an unsere Zeit als Kellner im Hugo I. und haben uns dann entschieden den Laden zu übernehmen,“ erzählt Pietsch. Er verkaufte das „Kronski“ und eröffnete im August 2008 zusammen mit seiner Frau die „Villa Italia“ – und der Laden läuft. „Mit der großen Gästezahl haben wir wirklich Glück gehabt,“ sagt Pietsch zufrieden.

::Viele Gäste und viel Arbeit::

Doch viele Gäste bringen auch viel Arbeit mit sich. Für Pietsch bedeutet das sieben Tage die Woche zu arbeiten, Weihnachten oder Silvester gibt es für ihn nicht. „So kriegt das ja niemand mit,“ sagt er. „Die Gäste kommen einmal im Monat für eine Stunde oder zwei zum Essen her aber du selbst bist eigentlich immer hier.“ Es sei wirklich eine große Belastung, da der Zeitaufwand so enorm sei.

::Familie als Ausgleich::

Der gebürtige Bueraner ist dennoch froh, diesen Schritt getan zu haben. Einen guten Ausgleich zu der vielen Arbeit hat er auch. „Freizeit ist natürlich knapp bemessen,“ so der 60-Jährige. „Aber wenn sie mal da ist, mache ich was mit der Familie, mit den Kindern.“ Und natürlich macht ihm seine Arbeit auch großen Spaß. „Das Schöne an der Gastronomie ist doch, dass jeden Tag etwas anderes passiert und jeder ist spannend,“ erzählt Pietsch.

::Erinnerung an alte Zeiten::

Besonders viel Spaß machen ihm die gelegentlichen Partys der Reihe „Hugo Reloaded“. „Die Partys sollen an die alten Zeiten des „Hugo I.“ erinnern,“ so Pietsch. „Die Leute die in den 80ern hier getanzt haben, kommen jetzt wieder her und haben Spaß. Das ist immer ein Highlight für mich.“ Außerdem finden viele Hochzeits- und andere Feiern in der Villa Italia statt.

::Geschmack nicht immer gleich::

Ein besonderes Geheimnis für seinen Erfolg hat Pietsch nicht. Er selbst glaubt einfach an die Qualität seiner Gerichte. „Wir verkaufen Geschmack und der ist nicht bei allen Leuten gleich,“ sagt Pietsch. „Manchmal triffst du den Geschmack der Leute und manchmal nicht. Aber ich denk mir, da es ja immer einigermaßen voll ist, werden wir den Geschmack der Leute ja getroffen haben,“ erzählt er und lacht.



Bisherige Kommentare

Gudrun Kroll   04.03.2014, 21:09:14 Uhr

Das können wir 1:1 unterschreiben , da wir die Elsässer Stube in Herne seit 27 Jahren genauso führen , 7 Tage die Woche mit Leidenschaft : "ganz oder gar nicht " mit den Worten von Herman Cain :" Wenn du liebst was du tust, wirst du erfolgreich sein."

Lg



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Die "Trattoria Villa Italia", beheimatet im alten Markenhaus des gleichnamigen Bergwerks, blickt auf eine lange Tradition zurĂĽck und ist weit ĂĽber die Stadtgrenzen Gelsenkirchens bekannt. Hier geht es zur Website.

Thilo Pietsch nutzt die Markthalle der ehemaligen Zeche Hugo als Restaurant.

Ein gemütliches Plätzchen in der Villa Italia.

Der Service am Gast wird in der Villa Italia groĂź geschrieben.

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