27. November 2013  12:35

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Blumen pflĂŒcken

Der perfekte Blumenstrauß

Die Sonne geht allmĂ€hlich frĂŒher unter, ein kalter Wind braust um unsere Ohren und die BĂ€ume werden kahler. Schon bald stehen sie ganz nackt am Rand des Weges. Wenn dann der erste Frost kommt, muss Ursel Godde besonders fleißig werden.

Von Nicole Preuschoff

Ihrer Familie gehört der Hegemannshof. Dort betreibt sie ein Blumenfeld, auf dem jeder seinen persönlichen Lieblingsstrauß zusammen stellen kann. Doch jetzt, wo es kĂ€lter und ungemĂŒtlich wird, haben die Blumen keine Kraft mehr. Sie mĂŒssen der KĂ€lte und dem kommenden Schnee weichen. Auf Frau Godde kommt nun viel Arbeit zu. „Die Felder mĂŒssen abgeerntet und die Stauden zurĂŒck geschnitten werden“, erklĂ€rt sie. „Die Dahlien liegen mir besonders am Herzen. Die Knollen muss ich aus der Erde holen und in der Scheune ĂŒberwintern lassen.“ Die Bueranerin ist mit Leib und Seele bei der Arbeit und freut sich schon darauf, die Knollen im FrĂŒhjahr wieder einsetzen zu können. Dann erwacht das BlĂŒtenmeer wieder zum Leben und viele kreative Köpfe können dann ihren individuellen Blumenstrauß zusammenstellen.

:: Kein Strauß gleicht dem anderen ::

„In einem HĂ€uschen befindet sich Werkzeug und eine Anleitung, wie die einzelnen Blumenarten abgeschnitten werden mĂŒssen“, erklĂ€rt Frau Godde. „An einer Schablone kann man ablesen, wie viel ein Blumenstrauß kostet. Das Geld wird dann in eine Box geschmissen, die sich im HolzhĂ€uschen befindet.“ Dieses Prinzip, das einzig auf Vertrauen beruht, funktioniert nun schon seit ĂŒber zehn Jahren.

Ursel Godde steckt sehr viel Zeit und Arbeit in das Blumenfeld und ist stets prĂ€sent, falls jemand eine Frage hat. Ab Mai ist bei ihr immer eine Menge los. Viele Leute kommen zu dem Feld und pflĂŒcken ihren Lieblingsstrauß. Die Besitzerin liebt die Gartenarbeit, somit macht es ihr nichts aus, das Feld jeden Tag zu gießen und zu pflegen - auch wenn die Nachfrage mal nicht so hoch ist. „Ich bekomme aber viel Hilfe. Meine Familie und Verwandte fĂŒrchten sich nicht davor, auch mal Unkraut zu zupfen“, sagt sie und schmunzelt. „Dennoch, die Arbeit lohnt sich. Die Leute wissen es zu schĂ€tzen und sind dankbar.“

:: Bunte Nelken, leuchtende Sonnenblumen oder doch lieber Dahlien? ::

Wer zum Hegemannshof kommt, hat die Qual der Wahl. Aus rund 30 verschiedenen Blumenarten, kann man sich die schönsten BlĂŒten heraussuchen. Bei den Blumenarten kommt es vor allem darauf an, dass sie sich in der Vase gut halten. Eine Zeit lang konnte man auch KrĂ€uter pflĂŒcken. Aber dies fand nicht besonders großen Anklang. Auch GemĂŒse oder Salat wĂ€chst auf dem Feld nicht. Außer im Herbst. Dann kann man KĂŒrbisse erstehen, die allerdings von der Betreiberin selbst geerntet werden.

:: Raus aus dem hektischen Stadtleben ::

„Mir bereitet es Freude, den Leuten die Natur nĂ€her zu bringen. Viele Kinder wissen gar nicht, wie die Blumen in der Natur wachsen.“ Immer wieder kommt es vor, dass Kindergartengruppen auf den Hegemannshof kommen und die Welt der Pflanzen erkunden. „Jedes Kind darf sich dann eine Blume aussuchen. SpĂ€ter werden dann alle Blumen zu einem Strauß zusammen gebunden“, erzĂ€hlt Frau Godde und lĂ€chelt. „Mir ist es wichtig, dass alle Spaß haben und die Natur besser kennen lernen.“

Auch FußgĂ€nger und Radfahrer kommen spontan bei ihr vorbei. Auf einem großen Schild steht: „Blumen zum Selberschneiden“. Viele nehmen das Angebot an und verzichten auf den langweiligen Blumenstrauß aus dem Supermarkt. Wer einmal selber Blumen gepflĂŒckt hat, kommt meist auch noch ein zweites und drittes Mal vorbei. „Ich habe schon Kunden, die regelmĂ€ĂŸig herkommen“, sagt sie mit einem glĂŒcklichen Gesichtsausdruck. „Neulich kam eine Frau zu mir und hat mich vor Freude gedrĂŒckt. Es ist ein schönes GefĂŒhl die Menschen glĂŒcklich zu machen.“

Wann im nĂ€chsten Jahr die große PflĂŒcksaison wieder startet, entscheidet allein das Wetter. „Die ersten Sonnenstrahlen trauen sich meist im MĂ€rz heraus. Dann können wir mit der Aussaat beginnen. Darauf freue ich mich schon“, sagt Frau Godde zufrieden und schaut zum Garten rĂŒber.



Bisherige Kommentare

Hyacinth   25.12.2013, 16:08:32 Uhr

Hi KatrinaThanks for bringing attoitnen to Crohn\'s Disease. My husband is 55 and was diagnosed at 18 with Crohn\'s and like you never spoke of it people always thought he was always crook. He had surgery at 37 and has been quite well ever since. Our Daughter was diagnosed at 27 (last year) and is going through the highs and lows of this rotten condition now. My husband and I cried and cried when we found out and would make it go away if we could sadly that\'s not an option. You are an inspiration. Thank you[] Reply:January 31st, 2012 at 10:20 amThank you for reading. I wish your family well. I am dreading the day I am told one of my kids have it []Jo Reply:January 31st, 2012 at 10:58 amKatrina fingers crossed it may never happen we have 3 daughters and always asked about it being hereditary and were told it wasn\'t but we were ignorant to the fact that it is genetic.[] Reply:January 31st, 2012 at 11:04 amYes it\'s definitely genetic. I have a great-uncle, my Mum\'s cousin, my cousin and my 2nd cousin is being tested for it. It just seems to be spreading so much![]



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Wie das Blumenfeld im Sommer aussieht, sehen sie HIER.

Die Felder von Frau Godde werden langsam leerer.

Ein großes Schild macht auf das Blumenfeld aufmerksam.

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