12. Dezember 2012  00:00

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Fliegenpils Buer

25 Jahre als Gastwirt

Er ist ein Bueraner Urgestein: Seit 25 Jahren ist Peter Wendt als herzlicher Gastwirt bekannt. Besonders mit der Sportbar „Fliegenpils“ hat sich der 52-JĂ€hrige einen Namen gemacht. Wenn es nach ihm geht, möchte er dieser „Berufung“ noch eine lange Zeit nachgehen.

Von Stephan Rathgeber

Normalerweise, erklĂ€rt Peter Wendt, „sieht meine Kneipe nicht immer so aus“. Die Theke seiner zweigeschossigen Kneipe ist noch ein wenig verstaubt, ansonsten erscheint die Gastwirtschaft eigentlich sauber. „Gestern war das Sparfest, das ist jedes Jahr ein großes Highlight“, sagt der Gastwirt schon fast entschuldigend. Den Verlauf des Abends erkennt man eher am Gesicht des 52-JĂ€hrigen: Tiefe Augenringe zieren ihn, die Stirn ist mit Falten untermauert. Die letzten GĂ€ste gingen um halb sieben nach Hause.

:: Mit 26 Jahren eröffnete er die erste Kneipe ::

Seit 1994 betreibt Wendt die Kneipe in der Hagenstraße schon. „Wir eröffneten damals nach der Weltmeisterschaft und sind jetzt schon 19 Jahre dabei“, erklĂ€rt er stolz und fĂŒgt hinzu: „Meine erste Gastwirtschaft habe ich aber schon 1987 in Erle aufgemacht.“ Seitdem er 26 Jahre alt ist, ist sein Beruf also Wirt. Vorher hat Peter Wendt Versicherungskaufmann gelernt und Versicherungswesen studiert. „Irgendwann merkte ich aber, dass meine Berufung eine andere ist“, so Wendt.

:: Sport als Kneipenmotto ::

Der Grundstein fĂŒr eine lange Zeit im Gastwesen war gelegt. Seitdem er den ersten Laden eröffnete, hatten seine Kneipen nur ein Motto: „Ich habe immer SportĂŒbertragungen gezeigt“, erklĂ€rt Wendt. „Damals kamen die Menschen auch schon in Strömen zu mir um Schalke-Spiele zu gucken. 1991 war ich außerdem der erste Bueraner, der seinen GĂ€sten die Pay-TV-Übertragungen auf Premiere bot“, sagt er und nippt an einem Latte Macchiato.

:: FrĂŒher war es einfacher ::

Damals war es allerdings auch einfacher, eine Sportbar zu betreiben: „Das Premiere-Abo kostete mich damals nur 30 Mark im Monat, heute ist der Preis fĂŒr GaststĂ€tten explodiert. Ich glaube, dass der Sender frĂŒher einfach Werbung in den Kneipen machen und wollte“, beschreibt der Kneipier. Zum Vergleich: Die Preisstruktur beginnt heute - je nach GrĂ¶ĂŸe der Gastronomie - bei 219 Euro und endet bei 629 Euro im Monat. Ob es bei diesen und weiteren Nebenkosten heute nicht viel schwieriger ist, als Gastwirt erfolgreich zu sein? Wendts Antwort folgt prompt: „Ich hatte damals das große GlĂŒck, das Wirtshaus kaufen zu können. So muss ich keine Pacht bezahlen und habe es leichter.“

:: Donnerstags ist Bierabend ::

Manchmal fragt man sich dennoch, wie Peter Wendt mit der kleinen Kaschemme gut ĂŒber die Runden kommt. Vor allem donnerstags: Dann bietet er 0,4 Liter Bier fĂŒr 1,11 Euro an. „Ich freue mich an diesem Tag natĂŒrlich ĂŒber jeden Schnaps und jede Cola, die noch nebenher getrunken wird“, erklĂ€rt der Wirt lĂ€chelnd. Dennoch macht dieses GeschĂ€ftsmodell Sinn: „Die Brauereien sind mir allerdings auch dankbar. Ich verkaufe ihre GetrĂ€nke an diesen Abenden gut und bin dort als seriöser Gastwirt bereits bekannt.“

So griffen ihm Bierlieferanten auch vor einem Jahr unter die Arme. 2011 gab es im Fliegenpils einen Großbrand: „NatĂŒrlich hatte ich die entsprechenden Versicherungen, aber die Bearbeitung brauchte Zeit. Veltins hat mir dann sofort Geld ĂŒberwiesen, damit ich den Wiederaufbau vorantreiben kann. Dieses Vertrauen ist natĂŒrlich sehr viel Wert.“

:: Schalke-Spieler kamen frĂŒher regelmĂ€ĂŸig ::

Doch natĂŒrlich gab es in 25 Jahren als Gastwirt auch schöne Momente: „Ich weiß noch, als damals die Schalke-Spieler bei mir ihr Bier tranken. Da sind richtige Freundschaften entstanden“, schwelgt Wendt in seinen Erinnerungen. Und auch neben der Theke hat er Hobbys: „Man braucht bei diesen langen Arbeitszeiten auch mal Ausgleich. Ich reise dann gerne mit meiner Freundin nach Amerika.“

Heute ist er in Buer als offener und herzlicher Gastwirt bekannt. Nach Möglichkeit möchte er diesem Beruf noch so lange wie möglich nachgehen: „Irgendwann muss man mich wohl hinter der Theke wegkratzen“, sagt er mit sarkastischem Blick. Inzwischen ist der Latte Macchiato leergetrunken und seine Augen neigen sich wieder der verstaubten Theke zu. In zwei Stunden erwartet Wendt die nĂ€chsten GĂ€ste.



Bisherige Kommentare

JĂŒrgen Köpsell   15.12.2012, 10:27:39 Uhr

Ein gelungener Artikel ĂŒber ein echtes buersches Urgestein. Peter Wendt ist der Gastronom schlechthin in Buer. Ihm merkt man tatsĂ€chlich den Spaß an seinem Beruf an. Besonders zu schĂ€tzen wissen viele seiner GĂ€ste seine KreativitĂ€t bei zahlreichen Events im Fliegenpils. Respekt auch vor seiner belastenden TĂ€tigkeit, die sehr zeit- und arbeitsintensiv ist und sicher auch oft seinem Privatleben entgegen steht. Hier hat jemand wirlich seine Berufung gefunden und man kann nur hoffen, dass uns Bueranern dieses gute StĂŒck buerscher Kneipenkultur noch lange erhalten bleibt.

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Das Fliegenpils in der Hagenstraße ist zeigt alle Spiele der ersten und zweiten Bundesliga live.

"Irgendwann muss man mich hinter der Theke wegkratzen", sagt Wendt mit sarkastischem Blick. Er will noch lange Wirt bleiben.

Das Fliegenpils in der Hagenstraße.

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