16. Oktober 2012  00:00

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Party-Szene

Mehr Party und Trash fĂĽr Gelsenkirchen

"Bang Bang Gelsen" veranstalten Partys in Gelsenkirchen - und mittlerweile sogar ĂĽber Gelsenkirchen hinaus. Doch nur wenige wissen, wer da so hinter steckt.

Von Karin Reimer

Seit vier Jahren versucht eine Gruppe von Jungs und Mädels, Gelsenkirchen etwas spannender zu gestalten. Thorsten Lippemeier, der sich selbst Lippi1 nennt, um Verwechselungen auszuschließen, steht an der Theke des KKC – dem Kunst- und Kultur-Café an der Essener Universität. Es ist kurz vor 22 Uhr. Gleich soll hier eine 90s-Trashparty starten. Musik gibt es von „Bang Bang Gelsen“. Der 47-Jährige ist Mitglied oder Member oder Freund von Bang Bang Gelsen. Wie denn nun? „Zu unserem Stamm zählen wir etwa 300 Leute. Wie man die bezeichnet... Das wissen wir selbst nicht so recht“, grübelt „Lippi 1“. „Wir sind mehr oder weniger eine Sekte“, sagt er und lacht. „Uns kann sich jeder anschließen, das ist das Schöne an dieser Community“, fügt er hinzu. So klappe auch die Organisation der Veranstaltungen. Mit im Boot sind etwa der stadtbekannte Graffitikünstler Beni Veltum, einige DJs oder auch Fotografen.

„Wir machen mal 'ne Party!“

„Vor vier Jahren dachten sich zwei Gelsenkirchener Jungs, ein Jurist und ein Betriebswirt, beim Feiern in Oberhausen: Warum immer nach Oberhausen um Party zu machen? Das können wir viel besser“, erzählt Thorsten Lippemeier. Die zwei Jungs kannte er aus dem Tennisklub, in dem er Trainer war. So kam auch er zu Bang Bang Gelsen. Schlägt man das Wort „bang“ in einem Englischwörterbuch nach, erhält man Übersetzungen wie „Peng!“ oder „knallen“. Der Name stammt aber aus einem Song von Frank Sinatra. Doch zurück zu den Anfängen: „Es fing an á la „Wir machen mal 'ne Party“. Pleitegegangene Lokalitäten und Industriekulturen waren die Treffpunkte. „Die Besucher haben wir mit einer Pils-Flatrate gelockt.“ Mit gut 200 Feierwütigen ging es los. Und es wurden immer mehr. „Irgendwann kamen wir auf die Idee, eine „Fuck me I'm Gelsen“-Party zu veranstalten. Die Idee entstand aus reiner Bierlaune.“ Und auch diese Party schlug ein: Mehr als 1000 Gäste pilgerten in bunten 90er-Outfits zur Trash-Party. „Die Partyreihe wird auf jeden Fall fortgesetzt“, betont Thorsten Lippemeier.

Kooperation mit dem Kulturreferat

Bang Bang Gelsen wird kulturgefördert. Sie kooperieren mit dem Kulturreferat der Stadt. „Das ist ein Geben und Nehmen“, erklärt der Tennis-Fan. „Die Stadt übernimmt dann etwa die Werbekosten und im Gegenzug organisieren wir Veranstaltungen wie die Open Art Jam.“ Seit letztem Jahr bietet Bang Bang Gelsen auch eine „DJ-Schule“ in den Ferien für Schüler an. Dennoch: Die Partys stehen erst einmal im Vordergrund.

Als der 43-jährige DJ Tyho das Gespräch mitbekommt, sagt er: „Das ist ein Magazin für Buer? Aber Buer ist doch nicht Gelsenkirchen. Die Bueraner haben anfangs sogar unsere Veranstaltungen boykottiert.“ Das habe sich nach einem Auftritt im Bueraner Lokal ohne Namen („Fuck“) geändert. „Buer und Gelsenkirchen sollten mehr aufeinander zukommen“, fügt er hinzu. Immerhin sollen ja auch Bueraner auf der „Fuck me I'm Gelsen“-Party gesichtet worden sein ...



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Wegen des Namens "Bang Bang Gelsen" gab es sogar schon einen Rechtsstreit mit einem Berliner Frisör - der meinte nämlich, "Bang Bang" sei seine Marke.

"Bang Bang Gelsen" möchte mit ihren Partys keinen Gewinn erzielen, es geht primär um die Verbesserung der Gelsenkirchener Party-Szene.

Zur Website von Bang Bang Gelsen.

Thorsten Lippemeier, 47, mit einem T-Shirt von Beni Veltum

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