10. November 2010  22:30

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Ruhr.2010 danach

"Vieles amĂŒsant und Vieles traurig"

Schon jetzt eine Bilanz: wĂ€hrend Ruhr 2010 nach wie vor in vollem Gange ist und alle noch „Hurra“ schreien, legt Bertram von Hobe schon ein Resumee vor. In seinem Buch „Ruhr.2010 danach - EuropĂ€ische Kulturhauptstadt“ lĂ€sst er zusammen mit angehenden Journalisten das Jahr Revue passieren.

Von Silke Latzel

Was tut ein alter Hase, wenn die Zeit gekommen ist abzutreten? Er raucht Pfeife, brennt aus Versehen Löcher in den Teppich zuhause und kommt auf die Idee, zum Ende seiner Berufszeit noch einmal ein Buch zu schreiben. An seiner alten WirkungsstĂ€tte, dem Institut fĂŒr Journalismus und Public Relations an der FH Gelsenkirchen, war Bertram von Hobe seit 2004 als Lehrbeauftragter beschĂ€ftigt. Hier stellte er am 10.11.10 sein neustes Werk mit dem Titel „Ruhr.2010 danach“ vor. Zusammen mit Studierenden seiner Lehrveranstaltung „Schreibwerkstatt“ in der die angehenden Journalisten die Grundlagen des Schreibens beigebracht bekommen, sammelte er „Meinungen, EindrĂŒcke und Ausblicke“ – so der Untertitel des Buches.

:: Tolle Stimmung ::

Erwartungsvolles Murmeln und aufgeregtes Kichern schwirren durch den Raum. Etwa 60 Interessierte warten auf von Hobe. Nicht nur Studenten, die redaktionell an seinem Buch mitgearbeitet haben, sondern auch Professoren und Wegbegleiter. Der ehemalige Chefredakteur der WestfĂ€lischen Nachrichten erscheint gut gelaunt und freut sich sichtlich ĂŒber die rege Teilnahme. Er erzĂ€hlt, wie die Zusammenarbeit mit den Studenten lief und berichtet ĂŒber lustige Anekdoten, wie die Verwechslung zweier Namen, die dazu fĂŒhrte, dass eine Studentin, die nicht fĂŒr das Projekt vorgesehen war, sich doch noch hineinschmuggelte. Als sein Telefon klingelt und er antwortet, wird deutlich, dass „seine“ Studenten nicht nur seine Kompetenz, sondern auch seinen trockenen Humor schĂ€tzen. „In meinen Vorlesungen gilt grundsĂ€tzlich die die Regel, dass telefonieren nicht erlaubt ist. Bitte verzeihen Sie mir also, dass ich diesen Anruf nun annehme.“

:: Ein kleiner Teil des großen Ganzen ::

Ja, vermutlich gibts es wichtigere BĂŒcher ĂŒber Ruhr.2010. BĂŒcher, die ausfĂŒhrlicher beschreiben was in den vergangen Monaten in der Kulturstadt passiert ist. Doch von Hobe betont, dass es sich beim vorliegenden Werk nicht um eine Dokumentation handelt, sondern um Impressionen, kleine Geschichten um das große Ganze, die zeigen, wie vielfĂ€ltig das kulturelle Angebot im Ruhrgebiet dieses Jahr war. Nach der LektĂŒre des Buches weiß man, dass es "mehr als nur Fußball" ist, wenn Schalke 04 auf den Erzrivalen aus Dortmund trifft. Es geht um Leidenschaft und um Tradition. Man liest den Augenzeugenbericht eines Besuchers der Loveparade in Duisburg oder fiebert mit dem Besuch aus Bamberg mit, der im Pott nicht nur die Currywurst fĂŒr sich entdeckt. "Ich weiß wie man sich fĂŒhlt, schließlich gelte ich im Ruhrgebiet auch als Mensch mit Migrationshintergrund: ursprĂŒnglich komme ich nĂ€mlich aus Schleswig-Holstein." scherzt von Hobe.

Im Buch selbst kommen allerdings nicht nur seinen Studenten zu Wort. Von Hobe lĂ€sst auch alte Wegbegleiter die Feder zĂŒcken. Unter anderem Wilm Herlyn, der ehemaligen Chefredakteur der Deutschen Presseagentur (dpa) ergreift die Chance seinen Beitrag zu Ruhr.2010 zu Papier zu bringen.



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Weitere Informationen zum Buch:

Ruhr. 2010 danach

EuropÀische Kulturhauptstadt

EindrĂŒcke - Meinungen - Ausblicke

Herausgegeben von Bertram von Hobe, Wilm Herlyn und Michael Braun

ISB-Verlag Waltrop 2010, 134 Seiten

ISBN: 978-3-936083-17-0

Preis: 12,80 €

Ob Essen oder Duisburg, Geschichten gibt es ĂŒber beide StĂ€dte (Foto: Maria Figura)

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