30. Juni 2010  18:10

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Ruhrstadt

"Wir wären auf 1 in allen Rankings"

Uwe Kn√ľpfer hat eine Vision: die Ruhrstadt. Aus den 53 St√§dten und Gemeinden des Regionalverbandes Ruhr soll eine "Stadt der St√§dte" entstehen. Im buerpott-Interview erkl√§rt er, was ihn antreibt.

Von der buerpott-Redaktion

Herr Kn√ľpfer, vor anderthalb Jahren haben Sie hier in Gelsenkirchen die ‚ÄěRuhrstadt‚Äú gegr√ľndet ‚Äď mit Gleichgesinnten, im MiR. Warum ist diese Stadt bis heute nicht sichtbar?

Aber das ist sie doch. Steigen Sie auf die Rungenberghalde hier in Buer und schauen Sie rundrum: Was Sie da sehen, ist alles Ruhrstadt.

Wir leben in einer Stadtlandschaft, die zusammengewachsen ist in den letzten 120 Jahren ‚Äď √§hnlich, wie es in Chicago passiert ist, in New York, in Berlin. Nur: dort sind gro√üe, m√§chtige St√§dte entstanden.

Wir leben dagegen in einem Puzzle aus vergleichsweise kleinen Städten, deren Grenzen oft gar nicht mehr sichtbar sind. Das hindert die Menschen hier, den Reichtum und die Vielheit unserer Region zu erkennen, weil sie zum Beispiel denken: Ich bin Bueraner, was soll ich in Dortmund.

Die Menschen hängen nun mal an ihrer Stadt.

Das sollen sie ja auch. Die New Yorker kommen ja erstmal auch aus Queens, aber im Ausland sind sie eben New Yorker, und stolz darauf. Wir wollen, dass die Menschen sehen, dass sie mehr davon haben, wenn sie nicht nur Bueraner sind, sondern auch Ruhrstädter. Und dann von mir aus auch Deutsche und Europäer.

Je mehr Identitäten man sich zulegt, je weiter man das Gebiet zieht, mit dem man sich umgibt, desto reicher wird man. Das wollen wir vermitteln. Und da das leider keine Institution tut im Ruhrgebiet, tun wir das. Wir wollen die Idee der Ruhrstadt in die Köpfe der Menschen bringen.

Und was wird dann, zum Beispiel, aus Buer?

Aus Buer wird "Ruhr - Stadt Gelsenkirchen", von mir aus auch "Ruhr - Stadt Buer". Aus Wattenscheid wird "Ruhr - Stadt Wattenscheid". Und so weiter. F√ľr Buer ist das jedenfalls die Chance auf eine Wiederbelebung als Stadt. Das wird vielleicht den einen oder anderen buerpott-Leser freuen.

Aber Buer wäre dann ein Randbezirk der 5-Millionen-Stadt Ruhrstadt.

Die Ruhrstadt w√§re keine Stadt mit nur einem Zentrum. Sie w√§re eine polyzentrische Stadt, anders als London oder Paris. Wir nennen unser Konzept ‚ÄěStadt der St√§dte‚Äú. Ich hoffe zum Beispiel auf den Flughafen ‚ÄěRuhr-West‚Äú in D√ľsseldorf und den Flughafen ‚ÄěRuhr-Ost‚Äú in Dortmund. Ein einziges Zentrum wird die Ruhrstadt nicht haben.

Und dann m√ľssen die Bueraner irgendwann nach Dortmund fahren, um dort das Katasteramt zu besuchen.

Nein. Die zentrale Kataster-Datenverarbeitung, die steht dann vielleicht wirklich in Dortmund. Oder in Herne, oder Bottrop. Aber einsehen k√∂nnen Sie die Daten ‚Äď zum Beispiel ‚Äď im B√ľrgeramt Gelsenkirchen. Ich will nur keine 53 Kataster√§mter mehr, sondern eins. So stelle ich mir das vor.

Und dann brauchen wir auf einen Schlag auch keine 53 Oberb√ľrgermeister mehr oder Landr√§te? Herr Baranowski kann abtreten?

Nein. Wir schlagen vor, dass zun√§chst alles bleibt, wie es ist. Mit einer Erg√§nzung: Die Ruhrstadt bekommt, quasi obendrauf, einen Ersten B√ľrgermeister, der ein ‚Äěprimus inter pares‚Äú ist, ein Erster unter Gleichen.

Werden Sie dieser B√ľrgermeister sein?

(lacht) Ach, ich glaube nicht. Ich glaube, der Ruhrstadt-B√ľrgermeister wird einer der vielen guten, aktuellen Ruhrgebiets-B√ľrgermeister sein.

Nennen Sie ein paar Namen?

Naja, ich will ja hier nicht ins Fettn√§pfchen treten. Aber der B√ľrgermeister von Herten, Uli Paetzel, der k√∂nnte so einer sein, Ihr Frank Baranowski aus Gelsenkirchen nat√ľrlich auch. Auch Ulrich Sierau aus Dortmund k√∂nnte den Job sicher machen.

Aber was sollte dieser Erste B√ľrgermeister denn sp√ľrbar besser machen?

Kompetenzen b√ľndeln. In Berlin k√∂nnen Sie f√ľr 2,10 Euro durch die ganze Stadt fahren mit U-Bahn, S-Bahn, Bus. Im Ruhrgebiet komme ich damit gerade mal √ľber die Stadtgrenze Bochum-Herne. Ein Verkehrsbetrieb f√ľr die ganze Ruhrstadt, mit koordinierter Planung, guten Takten, fairen Preisen ‚Äď das k√∂nnte eine Ruhrstadt raushandeln. Auch beim Bundes-Verkehrsminister, der es dann pl√∂tzlich mit 5 Millionen W√§hlern zu tun h√§tte und nicht mehr nur mit 70 000 Castrop-Rauxelern.

Wie gr√ľndet man eigentlich eine Stadt?

Da haben wir in NRW preu√üische Tradition. Das muss der Landtag beschlie√üen, das k√∂nnen die St√§dte nicht alleine, das geht √ľber die Gemeindeordnung. Wir brauchen also ein ‚ÄěRuhr-Gesetz‚Äú, das wir √ľbrigens als B√ľrgerinitiative formulieren k√∂nnten, in unseren Reihen haben wir hochrangige Juristen. Die Region Aachen hat vorgemacht, wie es geht.

√úber ein Volksbegehren, ein kommunales B√ľrgerbegehren geht das nicht?

Nein. Das muss der Landtag machen.

Aber eine Mehrheit im Landtag gibt es offenbar nicht daf√ľr. Gibt es denn eine Partei, die Ihnen und Ihren Zielen nahe steht?

Wir sind als B√ľrgerinitiative ausdr√ľcklich √ľberparteilich. Die FDP kommt in ihrem Programm unseren Forderungen sehr nahe, auch die Gr√ľnen haben ein Modell, das unserem √§hnelt. Die CDU hatte Ans√§tze im vorletzten Wahlprogramm. Aktuell hat sich vor allem die Ruhr-SPD die Forderung nach einer Demokratisierung des RVR auf die Fahnen geschrieben. Ihr Vorsitzender, der Gelsenkirchener OB Frank Baranowski, fordert wie wir die Wahl eines Ersten B√ľrgermeisters der Stadt der St√§dte.

Aber, wie gesagt, eine Parteibindung haben wir nicht, und die Aussagen zum Ruhrgebiet waren bei der letzten Wahl bei wirklich allen Parteien sehr d√ľnn.

Ist es denn wirklich sinnvoll, 53 bankrotte Gemeinden zusammenzuschließen, die fast alle am Rande des Ruins stehen? Entsteht daraus nicht nur eine Mega-Stadt, die völlig pleite ist?

Wir haben √ľber zwanzig Verkehrsbetriebe im Ruhrgebiet. Wir haben dutzende Stadtwerke, Wasserversorger, Kataster√§mter, in jeder Gebietseinheit Verwaltungen, Wirtschaftsf√∂rderung, und so weiter. Da l√§sst sich eine Menge einsparen.

Vor allem jede Menge Arbeitsplätze. Das wird nicht allen gefallen.

Richtig. Aber in manchen √Ąmtern haben Leute nichts mehr zu tun, und woanders fehlen die Sozialarbeiter. Wenn man neu verteilt und nicht streicht, haben alle was davon.

Jetzt argumentieren Sie pl√∂tzlich mit Logik und √Ėkonomie, nicht mit Herz. Ist die Ruhrstadt vielleicht doch keine gef√ľhlige Sache, sondern einfach unausweichlich, weil die St√§dte pleite sind?

Der Zwang zum Sparen wird die Sache sicher beschleunigen. Insofern sind unsere Argumente auch √∂konomische. Aber eben nicht nur. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Als ich 2000 aus Washington wegzog, habe ich in meiner Abschiedsrede gesagt, dass ich mich wieder auf eine gute Oper in meiner N√§he freue, die hatte ich in Washington nicht. Da haben mich alle gefragt, wohin ich denn ziehen wolle ‚Äď und die meisten waren √ľberrascht, dass es das Ruhrgebiet war. Wenn ich gesagt h√§tte, dass ich in eine der gr√∂√üten St√§dte Europas ziehe, h√§tte sich keiner gewundert.

Trotzdem kostet eine Gemeindereform erst einmal Geld.

Am Anfang. Danach wird die Ruhrstadt ein Wachstumsmotor sein. Sehen Sie: Wenn eine Firma eine Standort-Entscheidung trifft, dann guckt sie sich Rankings an. Wo sind die meisten Unis, die meisten Gr√ľnfl√§chen, die meisten Theater, die billigsten Mieten. Und in diesen Rankings steht dann vielleicht Dortmund auf Platz 28, Essen auf 32 und M√ľlheim auf 41. Da guckt keiner mehr hin, weil ganz vorne M√ľnchen, Frankfurt, Hamburg stehen. Die Ruhrstadt st√ľnde auf 1 bei all diesen Standortfaktoren.

Trotzdem: Es scheint Ihnen schwer zu fallen, die Menschen zu √ľberzeugen.

Ach, ich glaube, so schwer ist das gar nicht. Die meisten Menschen, mit denen wir wirklich ins Gespr√§ch kommen, die √ľberzeugen wir, glaube ich, schon davon, dass es besser ist, das Ruhrgebiet als Ganzes zu sehen. Es fehlt uns auch an medialer Begleitung: Wer in Dortmund eine Lokalzeitung aufschl√§gt, muss den Eindruck bekommen, die Welt sei in Castrop-Rauxel zu Ende. Wir haben leider keine Ruhr-Zeitung, keinen Ruhr-Fernsehsender, keinen Ruhr-Rundfunk. Auch der WDR teilt das Ruhrgebiet in drei, dreieinhalb St√ľcke. Und die Mittel f√ľr eigene aufw√§ndige Image-Kampagnen haben wir nun mal nicht. Wir k√∂nnen nicht √ľberall Plakate kleben und Fahnen aufh√§ngen. Wir sind eine B√ľrgerinitiative, die davon lebt, dass B√ľrger mitmachen, Leistungen kostenlos erbringen. Unser Ruhrstadt-Logo zum Beispiel.

Sie glauben offenbar fest daran, dass Sie die Ruhrstädter hinter sich haben.

Ja. Die WAZ hat ‚Äď zugegeben, Anfang dieses Jahrzehnts ‚Äď eine Umfrage gestartet, gemeinsam mit der Ruhr-Uni Bochum. Die zentrale Aussage war, quer durchs Ruhrgebiet: Die Menschen wollen eine Zusammenarbeit der Ruhrgebietsst√§dte. Im Zentrum, in Essen, Bochum, in Wattenscheid sowieso, war die Mehrheit deutlicher, aber auch in Dortmund und Duisburg √ľberwog die Zustimmung zur Zusammenarbeit. Eine andere Frage ist, wie wir das Ding nennen. Dortmund? Essen? Ruhrstadt? Eine Kakophonie von Antworten! Meine ‚ÄěLieblings-Antwort‚Äú ist: Je-Ruhr-Salem.

Dortmund √ľberlegt, sich als ‚ÄěHauptstadt Westfalens‚Äú zu positionieren. Das passt nicht zur Ruhrstadt.

Da kann ich den Dortmundern nur sagen: Macht euch nicht kleiner, als ihr seid. Westfalen ist eine preu√üische Erfindung, und Dortmund ist eine alte stolze Reichsstadt, von jeher. Dortmund sollte sich als √∂stliche Hauptstadt der ‚ÄěStadt der St√§dte‚Äú Ruhrstadt begreifen, nicht als Vorstand einer Provinz, die sich preu√üische Beamte ausgedacht haben.

Warum dann solche Pläne in Dortmund?

Ganz klar gesagt: Da sehe ich Besitzstandswahrer und professionelle Angsthasen am Werk. Und das macht mich wirklich w√ľtend. Da werden einfach riesige Chancen vergeudet.

Gibt es denn Kreise oder Städte, die sich zur Ruhrstadt bekennen?

Ja, zum Beispiel Recklinghausen. Da h√§ngt bereits eine ‚ÄěRuhrstadt‚Äú-Fahne vor dem Rathaus: ‚ÄěRuhrstadt Recklinghausen‚Äú. Gestiftet von einem Spender.

Wieviele dieser Fahnen hängen denn schon insgesamt?

Da bin ich √ľberfragt. Wir haben jetzt etwa 15 Fahnen √ľbergeben, f√ľr weitere 10 haben wir Spender. Bei 53 Kreisen und St√§dten im Ruhrgebiet ist da also schon noch Luft nach oben.

Hat Gelsenkirchen auch schon so eine Fahne?

Ja. Aber ob die h√§ngt, wei√ü ich nicht. Vor dem Rathaus hier habe ich sie zumindest nicht gesehen. Eine ‚ÄěRuhrstadt-Buer-Fahne‚Äú w√§re dann √ľbrigens auch m√∂glich. Sie k√∂nnen ja mal sammeln.



Bisherige Kommentare

XXX   02.07.2010, 13:34:20 Uhr

Recht hat er, nur Leider Funktioniert das nicht mit den Politikerin, die hängen am Kirchtumdenken fest....

Es m√ľssten gro√üe Privat Unternehmen Geld Spenden, damit Herr Uwe Kn√ľpfer, sich besser drum k√ľmmern k√∂nnte. Von der Politischen Seite wird nichts kommen.

Andre Hinsbeck   08.07.2010, 18:54:03 Uhr

M√ľlheim an der Ruhr, Hattingen, Hamm (Westfalen) haben schon die Ruhrstadtflagge abgelehnt. Viele St√§dte wie Ennepetal, Alpen, Xanten werden folgen.

B√ľscher   10.07.2010, 15:29:21 Uhr

Die Ruhrstädter sind gegen die Ruhrstadt, genau genommen 70% sind gegen eine Ruhrmonsterstadt.

Die Ränder, Rheinländer, Westfalen erst recht gegen die Ruhrstadt.

Herr Kn√ľpfer, der sagt hier die reine Unwahrheit.

Dirk   14.07.2010, 08:18:43 Uhr

Wo lebt denn Herr Kn√ľpfer eigentlich? Die Mehrheit der B√ľrger in den 53 Ruhrst√§dten will mit Sicherkeit kein ein Stadt-Modell. Man identifiziert sich zuerst mit der eigenen Stadt und nicht mit Ruhrstadt. Auch das von Ihm pr√§ferierte Modell der Stadt der St√§dte ist eine einzige L√ľge!

Man ist in einem solchen Gebilde wie der Stadt Ruhr eben dann kein Dortmunder, Duisburger oder Gelsenkirchener mehr sondern nur noch "Ruhri". Diese Wahrheit traut sich Herr Kn√ľpfer aber nicht auszusprechen. Auch bez√ľglich Herr Baranowski spricht er nur die halbe Wahrheit an, denn der SPD-OB von Gelsenkirchen hat sich ganz klar gegen eine Ruhrstadt ausgesprochen.

Auch ich werde mir durch Herrn Kn√ľpfer meine westf√§lische Identit√§t nicht rauben lassen.

hoern   14.07.2010, 08:38:56 Uhr

Der Ruhrstadt Plan kann so in die Tonne gekloppt werden. Wir brauchen Kooperationen und keine Zwangsfusionen. Auch kann man Rheinländer wie in Moers oder Xanten, genauso wie Westfalen in Hamm oder Dortmund jetzt nicht einfach per Gesetz zum nur noch Ruhrpottler machen. Das ist lächerlich.

Ebenso kostet die Sache nach Auskunft des Bundes f√ľr Steuerzahler viel viel Geld, und auch neue Gutachten sprechen gegen diesen Moloch. Also H√§nde weg von der Stadt Ruhr!

Lars   21.07.2010, 08:24:41 Uhr

Wenn man die Ruhrstadt als Vision akzeptiert, und sich einen Moment von der Angst vor Veränderung los macht, findet man eine Menge Potenzial.

Wenn Aufgaben wie in den Kreisen, √ľber eine √ľbergeordnete Ebene koordiniert und abgestimmt werden, kann das enorme Synergie-Effekte mit sich bringen. Stichwort: Einkaufscentren, Stra√üenbau, Kita-Pl√§tze und und und.

Wenn das Ruhrgebiet als Zukunftsregion erfolg haben soll, dann muss es sich aufjedenfall restrukturieren. Die Ruhrstadt muss man viel mehr als Vorschla verstehen, die Idee der Veränderung annehmen, und dann die Schwächen und die Fehler ansprechen und diskutieren.

Was am Ende dabei rum kommmt, ist doch völlig offen.

Aber eins ist n√∂tig: Entwicklung und Ideen f√ľr die Erfolgsregion - Ruhrgebiet!

@hoern: Mich w√ľrde ein Link zur Auskunft des Bundes f√ľr Steuerzahler interessieren. Gibts da was?

Kamps   21.07.2010, 12:14:52 Uhr

Die Ruhrstadt ist keine Vision, die Ruhrstadt ist der reinste Wahnsinn.

Synergie-Effekte, vom fernen Essen aus gesteuert, das kann es nicht geben. Es wird mit der Ruhrstadt in Essen nur ein riesiger Wasserkopf entstehen.

Lars   21.07.2010, 15:14:41 Uhr

"... die Ruhrstadt ist der reinste Wahnsinn"

Soll denn alles so bleiben wie es ist? Sollen sich die Städte mit noch mehr Shoppingcentren die Fußgänerzonen und die Kaufkraft kaputt machen?? Weiter das Image der armen Kumpel in die Welt transportieren? Das Ruhrgebiet ist nur ein spannender Ort, wenn man es als Gesamtes begreift.

Ich glaube nicht, das die Ruhrstadt-Idee schon zu Ende gedacht ist. Aber man kann sich ruhig Neuem √∂ffnen und gestalten. Da niemand St√§dte wie Bochum oder Xanten abschaffen will, und schon garnicht deren Identit√§t und Gesichte... geht auch kein westf√§hliches "Wir-Gef√ľhl" verloren, wenn sich die Region als "Ruhrstadt" sieht.

Eine Ruhrstadt w√§re nat√ľrlich nur dann gut... wenn es keine Wasserkopf B√ľrokratie g√§be. Ziel m√ľsste es immer sein, B√ľrokratie zu b√ľndeln, ohne den Ortsnahen Zugung zu verbauen. Sprich: Der Entscheidungsaparat muss vereinheitlicht werden, und die Sachbearbeitung muss b√ľrgernah bleiben.

Aber ich seh da keine Schwierigkeit. Und mehr Kosten auch nicht. Die Infrastruktur ist ja da.

Kanps   22.07.2010, 11:57:55 Uhr

Lars

Ich weis ja nicht, in Stadt sie leben. Ich lebe am Niederrhein. Dort haben wir nicht das Wirgef√ľhl des Ruhris. Dort sind wir Niederrheiner.

Kn√ľpfer m√∂chte Buer aus Gelsenkirchen ausgliedern, und Xanten soll nicht vom Kreis Wesel, sondern vom fernen Essen verwaltet werden. Kn√ľpfer m√∂chte auch eine Ruhrstadt schaffen, die ausdr√ľcklich nicht Niederrhein oder Westfalen ist.

Lars   22.07.2010, 13:30:11 Uhr

Die Ruhrstadt-Idee w√§re nur dann gut gemacht, wenn alle Beteiligten sie als Identit√§tsstiftend verstehen w√ľrden.

Ohne Frage geh√∂rt Buer viel eher in die Ruhrstadt als Xanten, und Wesel ist halt gef√ľhltes Grenzgebiet. ;-) Da darf man gerne streiten... Das finde ich auch richtig und wichtig.

Aber der Artikel. ;-) Also bitte... Es w√§re ein b√ľrokratisches Monster weil "da m√ľssten Gesetze erlassen werden"... Das ist wohl mal politisches Alltagsgesch√§ft und hat nichts mit ausufernder B√ľrokratie zu tun.

Oder das Argument mit den Stadtr√§ten die sich selbst entmachten m√ľssten... Ja. Das m√ľssten sie,... in bestimmten Teilen,... aber das w√ľrden sie bestimmt sogar gern. Weil mit einem Ruhrparlament ja eine neue Aufstiegsm√∂glichkeit geschaffen w√ľrde... und mal ehrlich... wenig lieben Stadtr√§te mehr als die M√∂glichkeit noch etwas aufzusteigen! ;-)

Also um es zusammen zu fassen, der Artikel hat halt das √ľbliche WAZ Niveau. Wenig wirkliche Argumente. Viele platte Phrasen. Wenig differenzierte Meinungen. Und doch werden alle Vorteile irgendwie als notwendig und erstrebenswert aufgef√ľhrt, ohne andere Wege aufzuzeigen, wie man sich erreichen k√∂nnte... Das kann wirklich keine Grundlage f√ľr eine Meinungsbildung sein.

Die Ruhrstadt verstehe ich als Idee. Die ist sicher noch nicht Umsetzungsreif. Dazu fehlt eine breite Debatte in der Bevölkerung. Ohne die Mehrheit der Menschen ist das nicht umzusetzen. Aber es ist eine Idee die sich mit dem Konkreten Problem der Region befasst. Und einen Weg zeigt. Dieser Weg muss nicht so gegangen werden, immer hin ist es nur die Idee eines Vereins. Aber brauchen mehr von diesen Vereinen, mehr von diesen Ideen...

Die bloße Ablehnung wird die Region nicht Weiterbingen.

Eine Strukturreform im Ruhrgebiet empfinde ich als zutiefst notwendig.

Henning   23.07.2010, 16:42:32 Uhr

F√ľr die Niederrheiner ist die Ruhrstadt alles andere als Identit√§tsstiftend.

Sie ist Identitätsstiftsraubend.

Timo   01.09.2010, 22:50:40 Uhr

Hi,

ich hab das grade erst gelesen und somit auch das erstemal davon was gehört.

Ich finde die Idee nicht so toll, außer der Teil mit Buer raus aus Gelsenkirchen.

Ich bin 100% daf√ľr!!!!!!

Das wir zu Gelsenkirchen geh√∂hren ist der gr√∂√üte Mist √ľberhaupt.

Ich Bueraner und STOLZ drauf, egal was andere sagen!!!!

Westfale   10.01.2011, 13:37:18 Uhr

Bin gegen die Ruhrstadt, identifiziere mich zuerst √ľber meine Heimatstadt Gelsenkirchen!

@ Timo, obwohl ich in Buer wohne bin ich voller √úberzeugung Gelsenkirchener! Der Zusammenschluss 1928 war f√ľr beide Teile genau das Richtige. Wenn Sie die Geschichte dazu nachlesen, k√∂nnen Sie zu keinem anderen Ergebnis kommen.

Mit westf√§lischen Gr√ľ√üen

E. G√ľnter Wuchold   21.08.2012, 21:02:32 Uhr

Uwe, geschichtliches J√ľngelchen! Hier liegst Du falsch. Der Vergleich New York und Ruhrstadt hinkt. Die Gr√ľndergeneration von New York war gerade ein Apfelkern

aus denen im Laufe von drei Jahrhunderten ein Apfel wurde. Im Ruhrgebiet aber gibt es St√§dte, die eine √ľber tausendj√§hrige Geschichte nachweisen k√∂nnen, die sich unter den jeweiligen Herrschern selbst√§ndig entwickelt haben. Daneben auch junge St√§dte die sich aus ein paar Bauernschaften durch die Industrialisierung zu eigenst√§ndigen K√∂rperschaften entwickelt haben.

best link build   15.10.2013, 15:40:43 Uhr

lYpq9v Really enjoyed this blog.Really thank you! Will read on...



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1600 "B√ľrger" hat die Ruhrstadt zurzeit. "Neub√ľrger" nimmt der Verein "pro Ruhrgebiet e.V." auf seiner Website ruhr-stadt.de auf.


Uwe Kn√ľpfer, wohnhaft in Herne, war USA-Korrespondent und Chefredakteur der WAZ. Heute ist er freier Publizist und Dozent an verschiedenen Bildungseinrichtungen.

Uwe Kn√ľpfer im Gespr√§ch mit der buerpott-Redaktion.

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