19. Januar 2009  00:00

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An der Fachhochschule den Traumberuf gefunden

Rund 20 Jahre ist es her, da versuchte er noch selbst verfasste Texte √ľber seine Band ins Lokalblatt zu bringen, heute ist er Herausgeber des Online-Magazins buerpott. Zur richtigen Zeit mit den passenden Visionen am richtigen Ort beschreibt Liebigs Lebenslauf wohl sehr treffend.

Von Vanessa Gina Stamen

:: Spannender Einstieg ::

Eine Redaktion, ein freier Mitarbeiter.

Martin Liebig war mit 17 Jahren der einzige freie Mitarbeiter neben einem fest angestellten Redakteur f√ľr die Westdeutsche Zeitung in Neuss. Martin Liebig, der am 24. Juni 1970 geboren ist, war in seiner Jugendzeit viel damit besch√§ftigt die eigene Band bekannt zu machen und lieferte der Zeitung immer wieder selbst geschriebene Texte. Der damalige Chefredakteur war der Ansicht, dass Liebig seine Energie besser in den Journalismus leiten soll, anstatt sich nur mit Musik zu besch√§ftigen. So startet die Karriere. Drei bis vier Termine am Tag querbeet durch alle Ressorts ‚Äď so lernte Liebig den Lokaljournalismus kennen und sch√§tzen. Die Kreativit√§t ist eine stete Komponente im Leben von Martin Liebig. Es folgte eine Ausbildung zum Werbetexter und ein paar Jahre sp√§ter versuchte er sich an der Hochschule der K√ľnste in Berlin und studierte Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation - kurz: Werbung. Sein Hang zum Schreiben aber lie√ü ihn weiter ziehen und seine Wahl viel auf den Studiengang Journalismus an der Uni Dortmund.

:: Zeit und Ort in bester Konstellation ::

Das Volontariat bei der WAZ hätte zeitlich passender kaum sein können. Die WAZ erlebte damals einen Relaunch. Wie das Erscheinungsbild einer Zeitung optimiert werden kann, lernte Liebig in der Grafikabteilung des Zeitungshauses. Hiervon inspiriert nahm er sich die Hochschulzeitung vor und gestaltete sie neu.

Die folgenden Etappen greifen fließend ineinander.

Eine PR- und Werbeagentur wurde durch die Neugestaltung auf ihn aufmerksam und engagierte ihn als freien Mitarbeiter. Infografiken nahmen Einzug in das Layout der Zeitungen. Martin Liebig hatte das richtige Gesp√ľr und Wissen im Bereich Gestaltung und Design. Er profitierte schnell von der wachsenden Nachfrage. Zeitungsgestaltung und Infografiken waren im Hauptstudium sein Schwerpunkt-Thema und auch nebenher drehte sich alles um Journalismus und Gestaltung. Die Jahre vor 2001 waren f√ľr Designer, besonders f√ľr die, die noch dazu Internetseiten programmieren konnten, goldene Zeiten. Die ganze Welt wollte ins Internet. So ziemlich alles, was sich programmieren lie√ü, lie√ü sich auch verkaufen. Eine Chance, die es Liebig erm√∂glichte neben dem Studium auf selbstst√§ndiger Basis solche Dienste anzubieten und recht gut davon zu leben. Wer in dieser Zeit das n√∂tige K√∂nnen aufwies, konnte einen Fu√ü in T√ľren setzen, die heute wesentlich schwerer zu √∂ffnen, oder gnadenlos √ľberrant sind. 1998 schloss Liebig sein Studium mit einer Diplomarbeit √ľber Infografiken ab und arbeitete weiter selbstst√§ndig als Mediengestalter.

:: Der Weg nach Gelsenkirchen ::

Der Weg zum Traumberuf lenkt nach Gelsenkirchen.

Nebenberuflich nahm Martin Liebig an verschiedenen Lehrg√§ngen zu den Themen Journalismus, Zeitungsgestaltung und Onlinejournalismus √ľber den Weg der Erwachsenenweiterbildung teil. Hier lernte er Prof. Dr. Reinhild Rumphorst der Fachhochschule Gelsenkirchen kennen. Wiedermal schien die Ort-Zeit-Konstellation perfekt. 2004 wurde ein Vertretungsprofessor an der Fachhochschule gesucht und Liebig besetzte diese Stelle. Der Hochschulbetrieb gefiel ihm. Die fetten Jahre f√ľr Gestalter waren ausgesch√∂pft. Es lie√ü sich mit dem Beruf zwar noch ganz gut leben, das Ganze war aber doch eine sehr zeit- und arbeitsintensive Angelegenheit. Um eine Stelle als ordentlicher Professor besetzen zu k√∂nnen, musste Liebig allerdings promovieren. All dies geschah dann zum Leidwesen des Privatlebens innerhalb von einem Jahr. F√ľr seine Doktorarbeit stellte er Forschungen an zum Thema Lesbarkeit von Schriften im Internet. 2007, als eine Stelle f√ľr eine volle Professur ausgeschrieben wurde, erhielt Liebig auch hier den Zuschlag und war endlich ordentlicher Professor f√ľr Journalismus und Mediengestaltung an der Fachhochschule.

:: Der multimediale Journalismus ::

Das Internet und der kreative Journalistengeist bilden die Grundlage f√ľr das j√ľngste Projekt des Professors. Mit dem Wintersemester 2007 startete das Vorhaben buerpott.de. Das Online-Magazin ist eine Publikation der Online-Redaktion des Instituts f√ľr Journalismus und Public Relations. Martin Liebig fungiert hier nicht nur als Herausgeber.

Redaktionskonferenz. Auf den ersten Blick ist gar nicht so eindeutig ersichtlich, wer denn hier der Professor ist. Lange Haare zum Zopf gebunden und wenn rauchend, dann nur Selbstgedrehte, steht er in Jeans und Sakko zwischen den Studierenden. ‚ÄěIch merke schon, dass hier heute der Dampf ein wenig fehlt.‚Äú sagt er und bem√§ngelt damit ganz offen die Haltung der Redaktion. Liebig wei√ü, worauf es beim Schreiben f√ľr das Internet ankommt, kennt sich mit dem Redaktionsalltag aus und vermittelt seine Lebenserfahrung auf Augenh√∂he an die jungen Redakteure weiter. Die Leserschaft ist jung. Buerpott richtet sich an die Zeilgruppe bis knapp 40 und somit sind Redakteure und Herausgeber statistisch gesehen rein Interessentechnisch gar nicht so weit auseinander.

Die Redaktion besteht aus Studierenden, die t√§glich √ľber Neues aus Buer berichten. tagesaktuelles Geschehen, namhafte Gr√∂√üen, Polizeimeldungen ‚Äď Alles, was das Stadtgefl√ľster zu bieten hat. Termine werden in den meisten F√§llen von der WAZ an die studentische Redaktion weitergeleitet, aber auch selbst akquiriert. Buerpott ist bisher leider nur im Wintersemester aktiv, es w√§re aber w√ľnschenswert, wenn sich das Modell mit der Zeit ganzj√§hrig verselbstst√§ndigen w√ľrde. Da es in Buer nur noch eine Zeitung gibt, gilt es die publizistische Vielfalt zu erh√∂hen. In Zukunft soll buerpott das Potenzial von Online-Journalismus mehr aussch√∂pfen. Potcasts, Audio- und Videobeitr√§ge - Multimedialit√§t wird im Internet gro√ü geschrieben. Aus Sicht der Studierenden ist eine aktive Redaktion die beste M√∂glichkeit realistisches Arbeiten kennenzulernen. Es ist zu w√ľnschen, dass sich ein Modell findet, diese Redaktion zu etablieren.



Bisherige Kommentare

check out these guys!   16.10.2013, 17:28:24 Uhr

MyHjog Thank you for your post.Thanks Again. Really Cool.



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Prof. Dr. Martin Liebig.

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